Dieses Blog bleibt Nofollow-frei
Wenige Themen bewegen den Blogger mehr, als kinderausbeutende Klingelton-Dealer. Zu diesen Themen scheint es zu zählen, wenn die Trafficmotoren des Internets plötzlich einen Standard zur Bekämpfung des Kommentarspams aus dem Hut zaubern. Einige Blogger wähnen sich schon bald von ihrer schlimmsten Geissel befreit, andere fürchten plötzlich, die Linkstruktur der Blogosphäre könnte kollabieren oder ihr Blog würde durch dieses Attribut gebrandmarkt und von den Suchmaschinen in Zukunft benachteiligt.
Als ich von dem neuen rel=nofollow Attribut berichtete, war bereits eine heisse Diskussion im Gange. Bevor ich eine endgültige Entscheidung für dieses Blog treffen würde, wollte ich mir erst die Argumente anderer Blogger ansehen. Inzwischen haben sowohl die Verfechter als auch die Gegener des Ad-Hoc Standards sowohl plausible als auch haarsträubende Argumente vorgebracht.
Einen Nutzwert des Attributs halte ich auf jeden Fall für gegeben: Wenn die Spamkommentare aus Millionen von Livejournals, Blogger.com Blogs und MSN Spaces mit diesem Tag versehen sind, dürfte dies für die Spammer ein spürbarer Rückschlag sein. Denn dies sind die eigentlichen Ziele der Kommentarspammer, Spam in Blogs wie diesem hier sind dagegen, wie Moe es sehr treffend formuliert, lediglich Kollateralschäden.
Der Nutzen der Linkbremse für dieses Blog ist eher gering: Ich will hier keinen Kommentarspam haben, egal ob der nun dem Spammer nützt (ohne nofollow) oder nicht (mit nofollow). Wenn ich nicht möchte, dass es hier bald aussieht wie auf einer Linkmüllhalde, muss ich aufräumen, und den Kommentarspam löschen. Übrig bleiben also nur noch legitime Kommentare, die plötzlich mit einem nofollow versehen sind. Ist das fair? Martin Röll schreibt dazu:
Kommentatoren und ihre Links sind willkommen. Ich will, dass ihr Pagerank bekommt! Ich glaube, dass das gut für das Netz ist.
[...]
Ich habe die Kontrolle: Ich werfe alles raus, was mir nicht passt. Und der Rest bleibt stehen und bekommt Pagerank. So einfach ist das.
Die Kommentatoren bereichern mein Blog mit ihren Kommentaren um Inhalte, die oft mindestens genauso wertvoll wie der eigentliche Post sind. Sie kennzeichnen die Herkunft dieses Kommentares oft mit einem Link zu ihrem eigenen Blog: Seht her, hier gibt es noch mehr von mir zu lesen. Das macht Sinn, und ist eine Information, die man auch den Suchmaschinen nicht vorenthalten sollte. Aus diesem Grund bin ich der Meinung, dass ein »gepflegtes« Blog dieses Attribut nicht benötigt, zumindest nicht als Default für die Kommentare. Dass es eine solche Option nun gibt, und dass diese dort umgesetzt wird, wo Spam gedeiht, finde ich dagegen begrüssenswert.
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Januar 23rd, 2005 at 20:45
Ich werde das genauso machen, den entsorgen muss ich diese Comments ja eh und wer vernünftige Kommentare schreibt soll bei mir auch einen Link bekommen. Allerdings wird es mit allen Neuinstallationen ja automatisch drin sein, und rausnehmen wird es wohl kaum einer denke ich.
Januar 24th, 2005 at 17:18
Gute Sache, jemand der sein Weblog auch so sauber halten kann, braucht kein nofollow
Wo ich den Einsatz für eher sinnvoll erachte ist in Referrer-Statistiken, denn die sind oft mit schrottigen Links verseucht und haben auch nicht so einen Empfehlungs-Charakter wie Links.
Ciao, Gerald.
April 26th, 2006 at 18:06
Das “no-follow” ist insgesamt gesehen natürlich kontraproduktiv- nicht nur bei Blogs! Es stellt die eigene Bewertung von Google hinsichtlich Verlinkung und somit dem Wert (Platzierung) einer Seite ja in Frage (Pagerank und Linkpopularität)- Herausgefiltert werden ja eben nicht nur Spammer, sondern alle neuen Seiten gesamt – wie sollen diese unter einer weit verbreiteten “no-follow” suchmaschinenrelevante Verlinkung bewerkstelligen – selbst bei relevanten Inhalten!
Oktober 20th, 2007 at 16:00
Gerade für Blog-Verwalter sollte doch “no-follow” ein Segen sein – auch abgesehen von echten Spam-Einträgen. Denke, es sollte prinzipiell keinerlei Motivation zum Kommentarschreiben darin liegen, einen Link zu bekommen.
Oktober 29th, 2008 at 20:32
[...] zählte ich mich zu den überzeugten Gegnern des Nofollow-Attributs in Kommentarlinks. Anno 2005 schrieb ich: Die Kommentatoren bereichern mein Blog mit ihren Kommentaren um Inhalte, die oft mindestens [...]