Alvar Freude verurteilt
Unfassbar – der Netzaktivist Alvar Freude, unter anderem Betreiber von Odem.org, einer Demonstrationsplattform gegen Internet Zensur, wurde tatsächlich wegen Volksverhetzung und “Zugänglichmachung” verfassungsfeindlichen Materials verurteilt.
Hintergrund ist, dass Freude auf seiner Website über die Zensurgelüste der Bezirksregierung Düsseldorf berichtet, und in diesem Zusammenhang Links zu den Sites liefert, die Regierungspräsident Jürgen Büssow gerne zensieren möchte. Dabei ist aus dem Text der Website ganz klar ersichtlich, dass Freude die Inhalte der Sites ablehnt, sich aber gegen deren Zensur ausspricht. Doch in Deutschland scheint man immer noch der Meinung zu sein, man könne Faschismus mit faschistoiden Mitteln (Bücherverbrennung) entgegentreten. Und ein Menschenrechtler wird auf einmal wegen Volksverhetzung verurteilt. Kranke Welt!






Oktober 12th, 2004 at 18:15
Irgendwie erinnert mich die ganze Sache mit den Links und dem WWW stark an Diskussionen, wie wir sie schon zum Wiener Aktionismus und dafür zu gewissen Spiegel-Artikeln und der Verhaftung von Redakteuren hatte.
Und wer jetzt den Zusammenhang nur nebelhaft erkennt, denke einfach zwei Sekunden länger.
Oktober 17th, 2004 at 11:05
Vielleicht startet ja gerade eine kleine Zensur-Welle.
Oktober 6th, 2006 at 9:04
Thomas, was du da zitierts, war das Urteil der Erstinstanz. Sowohl die zweite als auch die dritte Instanz (OLG Stuttgart) haben zugunsten Freude entschieden – wie man eigentlich gleich auf der Startseite von ODEM hätte nachlesen können.
Oktober 6th, 2006 at 10:31
Nun ja, das Posting ist ja auch vom 08.10.2004. Vielleicht etwas ungeschickt von mir, dieses aus einem aktuellen Artikel heraus zu verlinken.
An der Tatsache, dass bei bestimmten Kräften in Deutschland Zensurgelüste herrschen, hat sich seitdem nichts geändert.