Weniger bekannte HTML-Fakten 5


Philipp Lenssen hat unter dem Titel Little Known HTML Facts einige sehr interessante Fakten über HTML und CSS aufgeführt. Mit seiner freundlichen Genehmigung veröffentliche ich hier meine Übersetzung seines Artikels:

  • Ein Input Element darf in XHTML 1.0 Strict nicht direkt innerhalb eines Form Elementes stehen, sondern es muss zunächst ein umschliessendes Element wie div (Division) oder p (Paragraph) verwendet werden. Andernfalls ist das HTML nach den W3C Vorgaben nicht valide.
  • In den meisten Fällen kann der Internet Explorer mit mehrfachen Klassenauszeichnungen umgehen. So ist folgender Code möglich: <div class=“day highlight“>…</div>
  • Die Rendering-Engine von Netscape 4 war so ein übler Hack, dass CSS gleich mit abgeschaltet wurde, wenn man Javascript deaktivierte. Heutzutage hat Netscape 4 natürlich keine Bedeutung mehr.
  • CSS liefert mit Properties wie min-width und max-width Möglichkeiten, um auch Webseiten mit dynamischem Layout anzeigen zu können. Leider werden diese vom Internet Explorer vollständig ignoriert.
  • Mit CSS wird auch akustisches Rendern unterstützt, dafür gibt es Properties wie zum Beispiel voice-family: female.
  • Der Internet Explorer 4 war dem Netscape Navigator 4 um Längen vorraus, wurde aber in seinen CSS-Fähigkeiten nie ernsthaft aktualisiert. Mit der Version 5 wurden allerdings das Document Object Model (DOM) und die DHTML Fähigkeiten stark verbessert. Die Version 6 brachte hier wenig Neues.

    IE 5 brachte eine interessante proprietäre CSS-Erweiterung mit dem Namen Behaviors mit sich. Hiermit lässt sich die Funktionalität einer Webseite ohne Änderungen am HTML modifizieren (mit CSS werden Events definiert, die über Javascript gehandelt werden).
  • Die meisten darstellungsorientierten HTML-Tags werden in neueren HTML Dialekten wie XHTML 1.0 Strict als veraltet angesehen. Der horizontale Teiler <hr /> jedoch gilt nicht als veraltet. Dennoch ziehen viele Entwickler die Variante <div class=“separator“>&nbsp;<div> vor.
  • Mit ISO-HTML gibt es eine noch striktere HTML Variante, bei der sogar Überschriften korrekt geschachtelt sein müssen. So muss ein h2 Tag hier immer von einem h1 Tag umschlossen sein.
  • HTML ist plattformunabhängig, und auch für Drucker, Text-To-Speech Geräte oder Mobiltelefone geeignet. Theoretisch. In der Praxis muss man oft die richtigen Tools finden, um diese Eigenschaft zu nutzen (Für Handys ist NetFront Access eine ausgezeichnete Lösung. Opera macht einen guten zweiten Platz, aber kann hier nicht wirklich mithalten).

    Vor diesem Hintergrund muss man über Websites schmunzeln, die explizit auf eine alternative Druckversion verlinken – CSS kann dies hinter den Kulissen erledigen.
  • Sogenanntes Tabellenlayout, wie es auf den meisten Websites genutzt wird, ist Webdesign Experten ein Greuel. Diese ziehen es vor, Funktionalität, Layout und Inhalt/Struktur in drei unabhängige Schichten aufzuteilen.

    Ein HTML Purist wird auch erwarten, dass seine Websites noch nutzbar sind, wenn das CSS komplett entfernt wird.
  • Der Internet Explorer 6 erkennt Title-Attribute nur in acronym Elementen. Abbr Elemente (Abkürzungen) werden nicht verstanden. Aus diesem Grunde werden Abkürzungen oft als Acronym ausgezeichnet. Andererseits wird Acronym von manchen Experten als Präsentationsauszeichnung angesehen und daher nicht verwendet.
  • Möglicherweise wird sich das Semantische Web nie durchsetzen, obwohl es vom gleichen Erfinder stammt, wie HTML und HTTP (Tim Berners-Lee). Eine Gegenbewegung, bekannt als lowercase semantic web versucht eine pragmatischere Herangehensweise zu nutzen, die bereits heute Ergebnisse liefert (so die Ergebnislisten von Suchmaschinen, die ohne Metadaten auskommen).

    Das W3C leistet hier gute Arbeit, aber hat Probleme, Prototypen, lesbare Dokumentation und schlanke Lösungen zu liefern. XML entwickelt sich zu einem Monster verknüpfter Themengebiete, obwohl es seine ursprüngliche Aufgabe war, Dinge zu vereinfachen.
  • Kleine Schriftgrössen für den Haupttext einer Webseite sehen oft gut aus, stellen aber eine häufige Accessibility-Hürde dar.
  • XML ist nicht als Ersatz für HTML gedacht – es ist die Grundlage für XHTML, welches korrekt als XML-Application bezeichnet werden kann. XML könnte aber SGML ersetzen, zumindest in der HTML-Welt. Die meisten Browser haben aber eine so nachsichtige Rendering-Engine (das müssen sie, um wettbewerbsfähig zu sein), dass die meisten Seiten nach keiner der beiden HTML-Religionen validieren.
  • XHTML ist keineswegs besser für Suchmaschinen als HTML. Die Verwendung von CSS ist zwar effizienter, als die Tag-Suppe veralteter HTML Versionen, da sie schlankere Dokumente ermöglicht, aber dies ist auch mit HTML4 Strict zu realisieren.
  • Alt-Text ist keine Beschreibung eines Bildes, sondern ein Stellvertreter, wenn das Bild nicht angezeigt werden kann.

    Vor diesem Hintergrund macht alt=““ oft durchaus Sinn, wenn das Bild zum Beispiel nur dekorativen Charakter hat, oder etwas darstellt, das der begleitende Text bereits beschreibt. Es heisst auch nicht Alt-Tag, sondern Alt-Text oder Alt-Attribut.
  • Ein Ampersand (&) muss immer als &amp; maskiert werden, auch in URLs. Zumindest, wenn das HTML gültig sein soll.

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5 Gedanken zu “Weniger bekannte HTML-Fakten

  • Daniel

    Zu Punkt 1: Um es semantisch korrekt zu machen, sollte man weder div noch p, sondern ggf. das tag “fieldset” nutzen.

  • Thomas Gottschall

    Zu Punkt 3: Netscape 4 hatte eine Technologie die sich JSSS nannte (JavaScript Style Sheets), wer also JavaScript ausgeschaltet hatte, hatte natürlich keinen Style Sheets mehr. So großartig verwundert das nicht, wenn man es weiß.

  • Christoph Wagner

    <q>XHTML ist keineswegs besser für Suchmaschinen als HTML. Die Verwendung von CSS ist zwar effizienter, als die Tag-Suppe veralteter HTML Versionen, da sie schlankere Dokumente ermöglicht, aber dies ist auch mit HTML4 Strict zu realisieren.</q>
    Oder mit HTML4 Trans oder einer anderen 4rer version von HTML, oder sehe ich das falsch?