3D-Printer: Eine kritische Einschätzung 1


MakerBot_ThingOMatic_Bre_Pettis3D-Printer, das ist unverkennbar, sind der Zeit ein ganz heißes Ding. Kaum ein Tag vergeht, an dem ich nicht bei Facebook oder Google+ auf ein geniales, neues 3D-Projekt stoße.

Die Technologie ist faszinierend, und kreativen Erfindern eröffnet sie Perspektiven, die noch vor wenigen Jahren undenkbar waren. Die Möglichkeit, im Handumdrehen einen Prototypen fast beliebiger Erfindungen erschaffen zu können, hätte Leonardo da Vinci vermutlich vor Neid erblassen lassen. Im Zusammenspiel mit anderen bahnbrechenden Entwicklungen wie Kickstarter erschließen sich hier sagenhafte Potenziale.

War die Erschaffung neuer, möglicherweise weltverändernder Dinge bis vor Kurzem noch Megakonzernen wie Siemens oder HP vorbehalten, kann mit Hilfe eines 3D-Druckers jeder Erfinder auf dem Dachboden seine Idee zum marktreifen Produkt bringen.

Hardware is the new software – und ähnlich wie bei Blogs, Podcasts und YouTube wird hier ein einstiges Privileg der Industriegiganten abgebaut. Im Prinzip eine tolle Sache.

Warum ich den Vorstoß von 3D-Printern in den Massenmarkt dennoch kritisch sehe? Physisch erschaffene Gegenstände sind keine Software. Anders als eine E-Mail oder ein Blogpost lassen sie sich nicht spurlos aus der Welt schaffen, wenn sie einmal erzeugt wurden.

Dass die Menschheit ein Müllproblem hat, ist nichts neues. Im Pazifik treibt ein gigantischer Kontinent aus Plastikmüll. Schon jetzt frage ich mich nach einem Messebesuch, was eigentlich aus den tausenden Kugelschreibern, Plastikbällen und anderen Werbegimmicks wird.

3d_printer

Mir gruselt es ein wenig vor einer Welt, in der Eltern ihren Kindern Legosteine in beliebiger Menge quasi zum Nulltarif drucken können. In der Teenager sich Handycover herunterladen können, wie heutzutage einen Klingelton. 3D-Drucker schaffen faszinierende Möglichkeiten – aber ist unsere Wegwerfgesellschaft reif für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesen Möglichkeiten?

Bildquellen:
MakerBot ThingOMatic: Bre Pettis auf Flickr. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.

Cartoon: xkcd. Veröffentlicht unter Creative Commons Attribution-NonCommercial 2.5 License.


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Ein Gedanke zu “3D-Printer: Eine kritische Einschätzung

  • Roli

    Kein Thema, dass 3D Drucker eine Faszination ausüben. Kann man sich doch mit diesen Druckern so ziemlich alles selbst „erschaffen“. Nur wo ist die Grenze. Man darf nicht außeracht lassen, dass die Gefahr besteht, dass (im Falle einer mehrfachen Etablierung auch für den Privatverbraucher), verschiedene Industriezweige einfach abgeschafft würden. Schließlich müsste man ja den betreffenden Artikel nicht mehr kaufen sondern einfach „ausdrucken“. Und würde denn nicht dadurch auch noch mehr die ethische Verantwortung im Vordergrund stehen? Wie weit darf man mit dieser Technologie gehen? Ich meine diese Umstände und offene Fragen würden mit Sicherheit weitere Probleme aufwerfen. Aber noch sind wir nicht soweit….oder doch?