Google Knowledge Graph – Die Suchmaschine vernetzt ihr Wissen


BrainAm Anfang war das Snippet: Wer im Jahr 2000 eine Suche bei Google durchführte, dem präsentierten sich auf der ersten Ergebnisseite 10 Treffer, die einen kleinen Ausschnitt von mehr oder weniger relevanten Webseiten darstellten.

Doch schon lange sind die Suchergebnisseiten nicht mehr so simpel gestrickt. Neben Adwords und verwandten Suchvorschlägen blendet Google eine Vielzahl unterschiedlicher Inhalte als sogenannte Universal Search Ergebnisse ein: Bilder, Videos, Nachrichten oder Shopping Ergebnisse.

Seit dem sogenannten Venice Update werden bei lokalen Suchen auch Einträge aus Google Places in prominenter Darstellung unter die Ergebnisse gemischt. Manche Suchanfragen, wie zum Beispiel die nach The answer to life, the universe and everything beantwortet Google auch gerne direkt:

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Der nun vorgestellte Knowledge Graph könnte der nächste Schritt in der Evolution zu einer wahrhaft intelligenten Suchmaschine sein. Mit dieser neuen Technologie will Google Beziehungen zwischen gut 500 Millionen Objekten und 3.5 Milliarden Fakten auswerten und in die Suchergebnisse einfließen lassen. Die Präsentation dieser Erkenntnisse findet rechts von den regulären Suchergebnissen statt: Ein Platz, der in der Vergangenheit für Adwords, aber auch zum Beispiel für Kartenausschnitte genutzt wurde.

Knowledge Graph Marie Curie

Sollte es Google gelingen, hier relevante Informationen auszuliefern, dürfte dies das Nutzungsverhalten eines typischen Google Nutzers stark verändern. Die Aufbereitung der Daten aus dem Knowledge Graphen ist visuell sehr markant, wird viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen und dazu führen, dass Click Through Rates auf reguläre Suchergebnisse zurück gehen.

Oftmals könnte der Suchende die gewünschten Informationen bereits in den Ergebnissen des Knowledge Graph Algorithmus finden und erspart sich den Besuch einer weiteren Website. Gut für den Nutzer, schlecht für den Webmaster, der einen Besucher weniger hat.

Wie so oft werden englischsprachige Google Nutzer als erstes in den Genuss der ambitionierten Neuerung kommen. Für deutsche Webmaster hat das den Vorteil, dass wir erst mal die Entwicklung in den USA beobachten können, um hoffentlich rechtzeitig zu wissen, ob und wie man möglichem Trafficverluste durch dieses neue Feature entgegen wirken kann.

Für kreative Köpfe haben fast alle größeren Google Änderungen wie Universal Search oder Google Preview auch immer interessante Chancen eröffnet. Wieso sollte das diesmal anders sein?

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