Blogoptimierung Teil 2: Die Startseite 2


Nachdem ich mich im letzten Teil dieser Artikelserie mit der Optimierung der Kategorien beschäftigt habe, soll es heute um die wohl zentralste Seite jedes Blogs gehen: Die Startseite, die sich einem Besucher typischerweise beim Aufruf der Blogdomain präsentiert.

Meinen Besucherstatistiken kann ich entnehmen, dass die Startseite Platz 3 der häufigsten Einstiegsseiten des Webmaster Blogs belegt. Ich muss jedoch auch feststellen, dass die sogenannte Bounce-Rate, also der Anteil der Nutzer der nach dem Aufruf dieser Seite das Blog direkt wieder verlässt, bei etwa 65 Prozent liegt. Das ist zwar ein besserer Wert, als bei vielen Einzelartikeln, zeigt aber dennoch: Die Startseite motiviert viele Besucher nicht, sich intensiver mit meinem Blog zu beschäftigen. Das soll sich ändern.

Ich glaube nicht, dass es an der Contentqualität liegt, sondern eher an der Präsentation der Inhalte. Wie schon bei den Kategorieübersichten soll die Optimierung der Startseite also darauf abzielen, dass neue Besucher tiefer ins Blog einsteigen, gerne wiederkommen und im Idealfall zu Stammgästen werden.

Feature-Artikel

Klassischerweise ist die Startseite eines Blogs eine chronologische Auflistung der jüngsten Artikel. Viele WordPress Themes nutzen noch immer dieses Format, denn es ist etabliert, und für Theme Autoren leicht umzusetzen. Vergleicht man diese Darstellung mit einem Online-Magazin wie zum Beispiel Spiegel Online oder Focus, dann wirkt dieses runterleiern von Blogposts jedoch eher lieblos. Auch viele WordPress Premium Themes haben das erkannt und versuchen die Startseite des Blogs mit einem anspruchsvolleren Layout aufzuwerten.

In jedem Blog gibt es Artikel, die besser gelungen sind und andere, die trotz aller Mühe nur mittelmäßig sind. Idealerweise sollte man einem neuen Leser einige ausgesuchte Artikel präsentieren, die Lust auf mehr machen. In der Sidebar des Webmaster Blogs habe ich schon länger eine Rubrik mit der Überschrift »Top Posts«, unter der ich solche Highlights aufführe. Tatsächlich aber gehen sie dort weitgehend unter, ich glaube, kaum ein Besucher wird diese Links dort wirklich wahrnehmen. Wäre es nicht schön, die Idee solcher Feature-Artikel mit dem Wunsch nach einem ansprechenderen Startseitenlayout zu kombinieren?

Eine Elegante Lösung lässt sich mit den sogenannten Custom Fields realisieren, mit denen man WordPress Artikel mit beliebigen Zusatzparametern versehen kann. Ich kennzeichne meine Top-Artikel mit dem Custom Field featured, und lese beim Darstellen der Startseite die aktuellsten Artikel aus, bei denen dieses Feld gesetzt ist. Mit speziellen Thumbnails und ein wenig CSS aufgepeppt sieht das dann wie folgt aus:

Auf diese Weise lenke ich den Blick eines Besuchers direkt auf drei hoffentlich gelungene Artikel, was diesen zum Weiterlesen animieren sollte.

Neuester Artikel

Bereits bei der Optimierung der Kategorien hatte ich den jeweils aktuellsten Artikel der angezeigten Kategorie optisch hervorgehoben. Die gleiche Technik kommt nun auf der Startseite zum Einsatz, wobei ich mich dazu entschlossen habe, den neuesten Artikel noch vor die Feature-Artikel zu stellen. Auch wenn das hier kein Nachrichten-Blog mehr ist, so gibt es immer mal wieder Artikel mit besonders aktuellem Bezug. Diese sollten dem Nutzer beim Aufruf der Seite dann auch entsprechend präsentiert werden.

Autorenvorstellung

Robert Basic hatte sich kürzlich ausführlich zum Thema Neue Leser abholen ausgelassen. Insbesondere empfiehlt er, dass ein Blogger sich so vorstellt, dass ein neuer Leser Blog und Autor einordnen kann.

Diese Empfehlung habe ich aufgegriffen und mich für eine kurze Vorstellung mit Bild und Links zu den wichtigsten Social-Media Profilen entschieden. Die Infos zu meiner Person sind jetzt in der Sidebar der Startseite zu sehen.

Facebook Widget

Facebook wird als Trafficquelle für Blogs immer wichtiger. Wer dort keine Fanpage für sein Blog eingerichtet hat, verschenkt Sichtbarkeit im wichtigsten Social Network und virales Potenzial. Ich habe schon lange mit dem sogenannten Facepile, einem Facebook Widget, das eine Reihe von Fans anzeigt, Werbung für meine Facebook-Seite gemacht. Auf der Startseite, so scheint es mir, ist nun der geeignete Platz, dieses noch etwas prägnanter darzustellen: Mit einem Widget über die volle Breite des Content-Bereichs. Unterhalb der Feature-Artikel positioniert steht dieses noch recht weit oben auf der Seite. Es ist jedoch, das ist die Kehrseite dieser Variante, für fast alle Bildschirmauflösungen erst nach einem herabscrollen sichtbar.

Diese Einbindung von Facebook ist zugegebenermaßen recht offensiv und ich bin mir nicht sicher, ob sie den erhofften Erfolg bringt. Was denkt Ihr, lädt das zur Nutzung ein, oder schreckt es einen Besucher eher ab?

Kategorien

Im ersten Teil dieser Artikelserie hatte ich mich mit der Optimierung der Kategorieseiten beschäftigt. Diese sollen nun auch auf der Startseite einen gebührenden Platz bekommen. Daher habe ich nach dem Facebook-Widget noch eine Übersicht aller Artikelkategorien eingefügt, die als zweispaltige Liste realisiert wurde:

Diese Art der Einbindung hilft zum einen dem Googlebot beim Auffinden aller Kategorien, soll aber auch neuen Besuchern einen schnellen Überblick der hier behandelten Themen vermitteln.

Artikelserie Blogoptimierung

Der nächste Teil dieser Artikelserie wird sich den Einzelansichten von Artikeln und insbesondere dem Kommentarbereich widmen.

In den Kommentaren zum letzten Artikel hatte ein Leser nach dem Quelltext meiner categories.php Datei gefragt. Da diese aber für sich alleine genau so wenig funktionsfähig ist, wie die hier besprochene home.php macht eine Veröffentlichung solcher Theme-Fragmente wenig Sinn. Da ich auch ungern das komplette Theme veröffentlichen möchte, werde ich am Ende dieser Artikelserie die wesentlichen Funktionen zusammenfassen und zum Download bereit stellen. Grundkenntnisse in PHP werden zwar nötig sein, um diese dann im eigenen Blog einzusetzen, aber für eine optimale Nutzung von WordPress halte ich diese ohnehin für unverzichtbar.


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2 Gedanken zu “Blogoptimierung Teil 2: Die Startseite

  • Ronny

    Da bin ich auf jeden Fall gespannt, wie sich die Zahlen bei dir entwickeln. Vielleicht kannst du mal nach zwei Monaten ein Feedback abgeben.

    Auf jeden Fall würde ich die Verlinkung innerhalb der Artikel noch weiter erhöhen. Zudem habe ich gesehen, die Description wird bei dir aus den ersten Zeilen des Beitrages generiert. Hier würde ich auf jeden Fall noch einmal ansetzen und jedem Beitrag eine individuelle Description verpassen. Die Klickzahlen über die Suchmaschinen könnten sich dadurch auch noch erhöhen. (hab sehr gute Erfahrungen damit gemacht, auch wenn es sehr viel Arbeit ist 😉

    Viel Erfolg

  • Sebastian B.

    Hallo,

    interessanter Artikel, waren denn die Maßnahmen erfolgreich?

    zur Bounce Rate: Eine Bounce-Rate von 65% auf der Startseite ist doch schon nicht schlecht, aber hat natürlich Potential nach oben (oder sagt man besser nach unten?!). Auf der Startseite fällt natürlich die Interpretation der Bounce-Rate leicht, diese gilt als Einstiegsseite in die Webseite und soll natürlich zum weiterklicken animieren. Wie steht es jedoch mit der Interpretation der Absprungrate der einzelnen Artikel aus? Kann man hier nicht auch anders denken und sagen eine hohe Bounce-Rate (ohne einem zeitlichen Faktor wie es GA macht) ist gar nicht so verkehrt? Oft ist es doch so, dass man mit einer Fragestellung Google quält und auf einen Artikel eines Blogs stößt. Im besten Falle beantwortet dieser Artikel meine Fragestellung voll und ganz und zufrieden verlasse ich den Blog. Nun ist mein Besuch als Absprung deklariert und sieht negativ in der Statistik aus, allerdings hat doch der Artikel seine Aufgabe bestens erfüllt. Daher ist oft in Blogs sinnvoll einen zusätzlichen Parameter in Google Analytics mit aufzunehmen, der eine zeitliche Komponente mit einbezieht. So gilt der Besuch dann beispielsweise erst als Absprung, wenn ein Besucher lediglich eine Seite besucht hat UND seine Besuchszeit unter 10 Sekunden ist.
    Ob der Einsatz einer zusätzlichen Zeitkomponente sinnvoll ist, ist aber bestimmt abhängig von der eigentlich Zielsetzung der Website….

    Viele Grüße

    Sebastian