WordPress SEO Plugins: Drei Komplettlösungen im Vergleich
Ein Aspekt, der sicherlich zum gewaltigen Erfolg von WordPress beigetragen hat, ist die Vielzahl verfügbarer Plugins, mit denen sich das System flexibel erweitern lässt. Neben Bildergalerien, Social-Media-Widgets, Cacheing-Systemen und CMS-Funktionalitäten gibt es auch eine ganze Reihe von Plugins, die für SEO-Maßnahmen entwickelt wurden. Viele davon widmen sich einzelnen Aspekten wie der Erzeugung von XML-Sitemaps, der Optimierung von Meta-Tags oder Linkstrukturen.
Es gibt aber auch einige Multitalente unter den SEO-Plugins, die versuchen, die komplette Suchmaschinenoptimierung eines Blogs abzuwickeln. Mit wpSEO, All in One SEO Pack und dem WordPress SEO Plugin von Joost de Valk möchte ich hier drei solcher Lösungen vorstellen.
wpSEO
Das wpSEO-Plugin von Sergej Müller ist ein Klassiker unter den Allround SEO Plugins. Es stellt umfangreiche Möglichkeiten bereit, die Indizierung von Artikeln und Seiten zu steuern und damit Duplicate Content vorzubeugen. Jedem Seitentyp können dabei individuelle Meta-Robots Tags zugewiesen werden.

Für die Gestaltung des Title-Tags lassen sich ebenso wie für Meta-Keywords und Meta-Description Vorgaben machen, die unterscheiden, ob es sich um die Startseite des Blogs, einen Post, eine statische Seite oder eine Archivseite handelt. Zudem lassen sich diese Vorgaben für einzelne Posts oder Seiten übersteuern, so dass man immer die Möglichkeit hat, einem Post unabhängig von dessen Überschrift den aus SEO-Sicht optimalen Seitentitel zu verpassen. Sind im verwendeten WordPress Theme bereits Meta-Tags enthalten, wird dies von wpSEO erkannt, und die entsprechenden Bereiche werden automatisch ersetzt.
wpSEO ist ein kostenpflichtiges Plugin. Eine Classic-Lizenz für ein einzelnes Blog gibt es derzeit für 19,99 Euro. Ich selbst besitze die Deluxe-Lizenz für 49,99 Euro und verwende wpSEO hier im Webmaster Blog und für einige weitere Projekte.
Pro:
- Sehr umfangreiche, separate Konfigurationsmöglichkeiten für Startseite, Posts, Seiten, Archive, Tagseiten und Kategorien
- Gute Inhalte von Meta-Keywords und Description bei automatischer Generierung
- Automatische Ersetzung von Meta-Tags des Themes
Contra:
- Kostenpflichtig
- Kein automatisches Update aus der WordPress Administration möglich
All in One SEO Pack
Das All in One SEO Pack gehört wohl zu den beliebtesten kostenlosen WordPress SEO Plugins. Wie auch wpSEO gestattet dieses Plugin verschiedene Möglichkeiten, die Titel verschiedener WordPress Seitentypen zu konfigurieren. Dazu stehen unterschiedliche Variablen wie %blog_title%, %post_title% oder %category% zur Verfügung. Da die Eingabefelder auch Freitext zwischen den Variablen zulassen, ist man hier bei der Konfiguration der Seitentitel extrem flexibel.

Auch mit diesem Plugin kann man Meta-Tags für Keywords und Description automatisch erzeugen. Diese lassen sich aber nicht so präzise steuern, wie es bei wpSEO der Fall ist. Das Plugin scheint jedoch nicht zu erkennen, wenn die Meta-Tags bereits im Theme vorhanden sind. In diesem Fall muss man diese manuell aus den Templates entfernen. Für einzelne Posts und Seiten können die Meta-Informationen auch beim All in One SEO Pack manuell vergeben werden.
Für Archive, Kategorie- und Tagseiten lässt sich ein NoIndex-Tag setzen. Die Steuerung ist hier weniger differenziert als bei wpSEO, sollte aber für die meisten Zwecke ausreichend sein.
Die Weiterentwicklung des Plugins wird durch Werbeeinblendungen im Admin-Bereich finanziert. Wer sich durch diese Werbung gestört fühlt, kann auch eine Pro-Version des Plugins erwerben, die mit $39 zu Buche schlägt.
Pro:
- Sehr flexible Gestaltung des Title-Tags
- Kostenloses Plugin
Contra:
- Wenig Gestaltungsmöglichkeiten bei automatisch erzeugten Meta-Tags
- Meta-Tags müssen aus Theme-Dateien entfernt werden
- Werbung im Admin-Bereich
WordPress SEO Plugin
Der Holländer Jost de Valk ist eine anerkannte SEO Autorität und hat zudem einige erfolgreiche WordPress Plugins wie Yoast Breadcrumbs oder Google Analytics for WordPress veröffentlicht. Seit kurzem stellt er mit dem WordPress SEO Plugin auch eine SEO-Komplettlösung bereit, die zwar keinen Originalitätspreis für den Namen gewinnen dürfte, aber einige innovative Features beinhaltet.
Das Konfigurieren von automatische generierten Title-Tags wird bei diesem Plugin ähnlich wie beim All in One SEO Pack mit variablen Platzhaltern vorgenommen. Allerdings stellt Josts Plugin den gleichen Mechanismus auch für die Erzeugung der Meta-Description zur Verfügung, so dass auch hier große Flexibilität geboten wird. Das Steuern der Indexierung über das Meta-Robots Tag ist hier meiner Meinung nach etwas unübersichtlich, dürfte aber die gleichen Möglichkeiten bieten wie das All in One und bleibt damit etwas hinter wpSEO zurück.
Im Gegensatz zu den beiden anderen Plugins bietet das WordPress SEO Plugin noch einige zusätzliche Features. So ist die Erzeugung einer zu den Indizierungsregeln passenden XML-Sitemap ebenso enthalten, wie ein Breadcrumb Generator für sinnvolle interne Verlinkung des Blogs.
Sehr gut gelöst ist die manuelle Vergabe von Title und Description beim Editieren eines Blogposts. Hier wird eine Preview geboten, bei der man sich ansehen kann, wie das Google Snippet für das Hauptkeyword bei den verwendeten Einstellungen aussehen könnte. CTR-Optimierer dürften von dieser Möglichkeit begeistert sein:

Wie auch beim All in One Plugin muss man hier jedoch vorhandene Title- und Meta-Tags aus dem Theme entfernen, eine automatische Ersetzung wie bei wpSEO findet nicht statt.
Jost de Valk hatte sein WordPress SEO Plugin zunächst als geschlossene Beta für die Abonnenten seines Newsletters veröffentlicht. Inzwischen steht es jedoch als öffentliche Beta zur Verfügung und kann über die WordPress Administration installiert werden.
Pro:
- Sehr flexible Gestaltung des Title-Tags
- Kostenloses Plugin
- Integrierte XML-Sitemap Funktionalität
- Google Snippet Preview
Contra:
- Beta-Version
- Meta-Tags müssen aus Theme-Dateien entfernt werden
Fazit
Alle drei vorgestellten Plugins sind prinzipiell geeignet, die Schwächen, die WordPress in der Onpage-Optimierung an den Tag legt, auszugleichen. Welches Plugin man letztendlich einsetzt, muss man anhand der persönlichen Anforderungen entscheiden. Wer ein Blog als Hobby betreibt und die Ausgabe von knapp 20 Euro für eine wpSEO-Lizenz scheut, ist mit dem All in One SEO Pack sicherlich nicht schlecht beraten.
Meine eigenen Erfahrungen mit wpSEO sind so gut, dass ich behaupten möchte, dass sich die Lizenz für professionelle Blogprojekte in jedem Fall rentiert. Insbesondere wenn man bereits viele alte Artikel im Blog hat, für die man nicht nachträglich noch manuell die Meta-Tags anpassen möchte, macht sich die gute Arbeit, die dieses Plugin beim Erzeugen der Description-Tags an den Tag legt, bezahlt.
Das SEO Plugin von Jost de Valk ist noch im Beta Stadium und daher noch mit Vorsicht einzusetzen. Ich bin aber insbesondere von der Snippet-Preview begeistert und kann mir gut vorstellen, dieses Plugin für ein neues Projekt zu verwenden. Für die etablierten Plugins entsteht hier ein mächtiger Mitbewerber mit wegweisenden Features.






Oktober 18th, 2010 at 14:12
[...] webmaster-homepage.de: WordPress SEO Plugins: Drei Komplettlösungen im Vergleich [...]
Oktober 18th, 2010 at 15:16
danke für den differenzierten Vergleich. Vielleicht noch zu erwähnen, daß beim THESIS Framework auch gewisse SEO Funktionalitäten mit enthalten sind. Title, Description, noindex, nofollow und die Steuerung dessen für Archive, Kategorien separat. Sollte einigen vielleicht reichen wenn das Theme verwendet wird.
Oktober 18th, 2010 at 16:23
Bei AIO Seo möchte ich noch anmerken, dass es bei großen Blogs mit zahlreichen Artikeln zu Performance Problemen kommen kann. AIO schreibt da viel Zeugs in die DB die nach einer Deinstallation von AIO Seo auch nicht komplett gelöscht wird. Wie es bei dem Plug-In von Yoast ausschaut, bleibt abzuwarten. Ist ja gerade erst veröffentlicht worden. Ansonsten schöner Artikel.
Gruß,
Andreas
Oktober 18th, 2010 at 16:27
Danke für den Vergleich.
Die Snippet-Funktion ist in meinen Augen nur Show und kann wirklich nur Anfänger begeistern, weil diese Vorschau nie 100% zuverlässig funktionieren wird, da zu viele Faktoren seitens Google für die Darstellung verantwortlich sind, die das Plugin nie im Leben abbilden kann. Zudem unterliegen die Snippets bei Google einer dynamischen, permanenten Weiterenwticklung, so dass keiner sagen kann, wie der Auszug morgen aussehen wird. Das Plugin macht durch die Preview so falsche Versprechungungen, die kaum zu halten sind. Das wäre nie was für wpSEO, ich halte mich da an die Regel: Verspreche nichts, was du nicht halten kannst.
Dezember 16th, 2010 at 11:11
Ich halte mich meist an wpSEO. Für einige quick&dirty Projekte habe ich auch mal ein kostenloses Tool eingesetzt und dabei allinone mit platinum (fehlt hier) verglichen. Sind beide sehr ähnlich, aber ich fand platinum damals wohl einen Tick besser.
Dezember 20th, 2010 at 23:46
Kann man bei wpSEO mittlerweile auch manuell individuelle Meta-Informationen für einzelne Tag-Seiten vergeben?
Mai 7th, 2011 at 20:33
Vielen Dank für diesen Artikel, er hat mir meine Entscheidung doch erleichtert!
Oktober 15th, 2011 at 5:26
Früher habe ich All in One benutzt, später dann wpSEO wegen der besseren Pflege. Nun aber bin ich Fan vom Genesis Framework und das bringt ja schon fast alle Features (jedenfalls alle die ich benutze) um eine WP-Seite OnSite zu optimieren.
November 19th, 2011 at 14:38
Hi Thomas,
schöner Vergleich. Ich nutze wpSEO und bin aber auch mit AllinOne ganz zufrieden.
Das automatisierte updaten funktioniert leider wirklich nicht, was sehr ärgerlich ist.
Was mir auch aufgefallen ist, dass wpSEO bei alten Export-XML Probleme macht, wenn diese in eine neue Version importiert werden.
Viele Grüße,
Marcel