iTunes Ping – Social Network für Musikfreunde
Zugegeben, Social Networks für Musikfreunde gibt es schon ein paar. Last.fm fällt einem spontan ein oder simfy.de. Amerikanische hörer dürfen sich an Pandora erfreuen, und auch das Urgestein MySpace hat einen gewissen Focus auf Musik. Doch wenn Apple beschließt, ein Social Network für Musik direkt in iTunes einzubauen, wird der Musikliebhaber hellhörig – im wahrsten Sinne des Wortes.
Nach der Installation von iTunes 10, das ich übrigens von der iTunes Homepage herunterladen musste, da die automatische Aktualisierung es mir noch nicht anbieten wollte, findet sich ein neuer Eintrag namens Ping im iTunes Menü. Nach Aktivierung und Bestätigung der neuen AGB kann man ein Profil erstellen, wie man es von anderen Netzwerken gewohnt ist. Neben Name, Foto und Kurzbiographie kann man hier drei bevorzugte Musikstile auswählen. In meinem Fall ist das die möglicherweise gewagte Kombination Rock (es müsste Metal heißen), Klassik und Weltmusik. Danach kann man sein Profil noch mit bis zu 10 Musiktiteln, die einem besonders gefallen, weiter ausmalen.
Nach erfolgter Profilerstellung hat man die Möglichkeit, Interpreten oder anderen Nutzern des Dienstes zu folgen. Dabei macht Ping einige Empfehlungen, die ich zumindest in Bezug auf die Interpreten nur eingeschränkt nachvollziehen kann.

Interpreten zu folgen finde ich persönlich weniger Attraktiv, da es dabei wohl meist um Marketing gehen wird. Stattdessen bin ich den drei vorgeschlagenen Personen (sind Interpreten eigentlich keine Personen) gefolgt in der Hoffnung, dass deren Musikgeschmack irgendwie zu meinem passt. Nach diesem Schritt zeigt mir Ping in der rechten Spalte ein neues Feature: Die Ping-Charts, eine Liste der Titel, die von Leuten denen ich folge am häufigsten gekauft wurden. Im Moment ist dies ein ganzer Titel: Ocean (Jacksonville Remix) von 2020 Soundsystem. Ein kurzes hereinhören kann mich nicht animieren, diesen Song selbst zu kaufen.
In der Theorie hat Apple mit den durch iTunes erfassten Daten ein fantastisches Werkzeug, um Leute mit ähnlichem Musikgeschmack miteinander zu verbinden. Praktisch scheint mir Ping jedoch noch weit von seinem Potenzial entfernt zu sein. Zumindest auf Anhieb ist mir nicht klar, wie ich dort für mich interessante Musik jenseits des Mainstreams ausfindig machen kann. Bei Basic Thinking gibt man sich auch eher skeptisch und bemängelt die schwer verständliche Usability – wer hätte das von einem Apple-Produkt erwartet. Martin Weigert kritisiert auf netzwertig.com vor allem die Zwangsverkoppelung mit iTunes – auch dies zurecht, denn es gibt keinen erkennbaren Grund, warum Apples Netzwerk, ggf. um einige Features abgespeckt, nicht auch im Browser funktionieren sollte. Aber das Einsperren der Nutzer hat bei Apple ja eine gewisse Tradition.
Wer glaubt, dass mein Musikgeschmack für ihn interessant sein könnte und iTunes 10 bereits installiert hat, darf mir natürlich gerne auf Ping folgen: Mein Profil.






September 16th, 2010 at 12:44
Habe mir auch so meine Gedanken zu Ping gemacht:
http://padlive.de/2010/09/was-kommt-nach-ping-und-game-center/
Viele Grüße,
Gerd