Google SSL – Das Ende der Keyword-Referrer? 10


Google hat kürzlich bekannt gegeben, dass sich die Google Suche ab sofort auch über SSL-Verschlüsselte Verbindungen durchführen lässt. Hierzu muss der Suchende Google über https://www.google.com aufrufen. Bisher geht dies nur mit der .com Version von Google, ein Aufruf von https://www.google.de leitet derzeit auf Google.com ohne SSL um.

Nun ist der Schritt, dem Suchenden durch die Nutzung einer verschlüsselten Verbindung mehr Sicherheit einzuräumen, generell begrüßenswert. Websuchen gehören meiner Meinung nach zum intimsten, was man im Web über sich preisgibt – das spielt oft in einer ganz anderen Liga, als die Daten, die man zum Beispiel auf Facebook mehr oder weniger freiwillig veröffentlicht. Da eine unverschlüsselte HTTP Verbindung insbesondere in offenen WLANs viel zu leicht mitgeschnüffelt werden kann, macht der Einsatz von HTTPS für die Suche absolut Sinn.

Für Webmaster, die ihre Besucherlogs auswerten, hat eine Umstellung Googles auf SSL aber noch eine weitere gravierende Auswirkung: Der Browser übermittelt nämlich beim Wechsel von einer per SSL übermittelten Website auf einen anderen Host keinen HTTP-Referrer mehr – dieser enthält normalerweise auch die Suchbegriffe, unter denen der Besucher die eigene Site bei Google gefunden hatte. Sollte sich die Nutzung von Google über verschlüsselte Verbindungen also durchsetzen oder Google diese sogar langfristig zum Standard erheben, wird die Trafficanalyse in Zukunft erheblich schwerer. Wonach ein Besucher eigentlich gesucht hat, lässt sich dann nicht mehr ohne weiteres ermitteln.

Ich möchte Google hier nichts unterstellen, aber wenn man auf diese Weise den Wert fremder Webanalyse-Werkzeuge drastisch einschränkt, lässt sich der eigene Analytics Dienst dadurch natürlich hervorragend weiter in den Markt drücken. Denn diesem sollte es möglich sein, den Besucher auf der Zielwebsite zu identifizieren und diesem die Suche zuzuordnen, über die er dorthin gefunden hat. eTracker, Statcounter und all die anderen gucken dagegen in die Röhre.


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10 Gedanken zu “Google SSL – Das Ende der Keyword-Referrer?

  • Gretus

    Hallo,

    soweit ich weiß, soll die verschlüsselte Suche definitiv überall eingeführt werden. Nichts mit langfristig also…

    Grüße

    Gretus

  • Matthias

    Solche verschlüsselten Links hatte ich schon in meiner Auswertung von eTracker gefunden. Sollte Google wirklich auf diese Art seinen Marktanteil erhöhen wollen, dann würden sie zumindestens bei den Marktanteilen von Google in Deutschland hierzulande einen Monopol-Prozess haushoch verlieren, besonders dann, wenn google Analytics die Werte liefern würde. Ich will nicht hoffen, daß in Zukunft alle Anfragen so verschlüsselt werden, als Seitenbetreiber will man ja schließlich auch wissen weshalb die Leute gekommen sind, damit man das Angebot verbessern und erweitern kann.

  • Markus

    Ich denke auch das sich das durchsetzen wird. Wobei ich es auch gut finde, Google legt eben viel Wert auf Datensicherheit, das ist kein Märchen, wenn dabei dann auch noch die eigene Marktstärke verbessert wird, ist das ein nützlicher Nebeneffekt für Google. Klar kann man das so und so sehen.

  • Erik

    Wie sieht das eigentlich mit Piwik aus? Wäre das von dieser Änderung auch betroffen? Oder gilt das nur für solche Tools wie Webalizer?

  • Thomas Frütel Beitragsautor

    Wenn kein Referrer übertragen wird, wieso sollte Piwik davon nicht betroffen sein?

  • MaikL

    Aber die Google Webmaster Tools wird man zumindest weiterhin nutzen können. Damit ist man ja nicht gezwungen Analytics zu installieren und man hat zumindest eine ungefähre Vorstellung über welche Suchbegriffe die Besucher kommen.