Contentfarming professionell: Yahoo kauft Associated Content
Der Portalriese Yahoo wird wohl in Zukunft noch gewaltiger daherkommen: Wie Golem berichtet, hat Yahoo das Contentnetzwerk Associated Content übernommen. Der Kaufpreis soll bei etwa 100 Millionen Dollar gelegen haben. Offensichtlich soll dadurch das eigene Portal stärker mit uniquen Inhalten angereichert werden. Associated Content hatte in der Vergangenheit bewiesen, große Mengen an Content zu niedrigsten Preisen produzieren zu können: Über 2 Millionen Artikel, Videos und Slideshows habe man generiert, die von monatlich 16 Millionen Besuchern aufgerufen werden.
Die Übernahme des Contentnetzwerkes ist umstritten. Yahoo konnte in der Vergangenheit vor allem durch vergleichsweise hochwertige Inhalte auf seinen Portalen punkten. Contentfarmen wie Associated Content stehen im Ruf, sehr minderwertige Inhalte zu generieren, die lediglich auf die Bedürfnisse von Suchmaschinen zugeschnitten sind. Einen guten Einblick, wie ein derartiges System arbeitet, gibt ein Interview mit Richard Rosenblatt, dem Gründer von Demand Media:
We are led by consumer demand. We are maniacally focused on giving users exactly what they want, where they want it. We have algorithms that tell us what search visitors want. And algorithms that tell us what YouTube visitors prefer. And we’re working on new algorithms that tell us what social network users desire. And we’re pretty sure the needs of mobile users will be different than all of the above – so we’ll tune our approach for them too.
Anhand von Algorithmen werden Vorgaben gemacht, welche Inhalte von Konsumenten gesucht werden. Dann wird bewertet, wie schwierig das Wettbewerbsumfeld eines Themas ist und ob Artikel dazu profitabel sein könnten. Entsprechend der Auswertung werden dann automatisch Themenvorgaben an eine Armee von Schreibern, Fotografen und Videoproduzenten vergeben. Über 4.000 Contenteinheiten produziert Demand Media auf diese Weise am Tag und verteilt diese über das eigene Website-Netzwerk. Das reichte 2009 für einen stattlichen Jahresumsatz von über 200 Millionen Dollar.
Associated Content war letztes Jahr bereits in Übernahmeverhandlungen mit AOL. Diese haben aber verzichtet, und stattdessen ihre eigene Contentmaschine mit dem Namen SEED ins Leben gerufen. An Inhalten wird es dem Web in der nächsten Zeit wohl kaum mangeln. Ob die Qualität auf den großen Portalen aber nicht langfristig den Bach runter geht, wenn nur noch Algorithmen über Inhalte entscheiden, die dann von Schreibsklaven produziert werden, ist fraglich.





