Public DNS: Google sabotiert Zensursula
Der neueste Dienst aus dem Hause Google ist ein öffentlicher DNS Service, mit dem Google laut eigener Aussage die ISPs entlasten will, indem ein Teil der riesigen Google Infrastruktur für die Namensauflösung zur allgemeinen Verfügung gestellt wird. Googles Ziel ist dabei laut eigener Aussage, das Netz zu beschleunigen.
Auf einer Anleitungsseite erklärt Google auch, wie ein Nutzer sein System konfigurieren kann, um den Google Public DNS zu nutzen. Mit dieser Vorgehensweise werden gleich auch Netzsperren beim ISP auf DNS Ebene, wie ursprünglich in dem durch Ursula von der Leyen auf den Weg gebrachten Zugangserschwernisgesetz gefordert, ausgehebelt. Frau von der Leyen war ja bisher der Ansicht, dass nur etwa 20 Prozent der Internetnutzer, »zum Teil schwer Pädokriminelle« über das nötige Wissen verfügen, derartige Eingriffe an ihrem System vorzunehmen.
Ob es erstrebenswert ist, eine derart sensible Aufgabe, wie die Auflösung aller angefragten Domains, in die Hand eines bekanntermaßen datensammelwütigen Unternehmens zu geben, darf bezweifelt werden. Auch stellt der Dienst seinerseits, wenn dort erst einmal die Namensauflösung für einen nennenswerten Anteil aller Internet Nutzer vorgenommen wird, einen erstklassigen Angriffspunkt für Zensurbestrebungen dar. Zwar gelobt Google, keine Domains zu sperren oder zu zensieren. Wie die Vergangenheit gezeigt hat, gelingt es dem Konzern jedoch nicht immer, sich solchen Forderungen zu verwehren. Wer seinem ISP misstraut, zum Beispiel weil dieser in vorauseilendem Gehorsam einen Sperrvertrag mit Ursula von der Leyen unterschrieben hat, fährt möglicherweise besser mit einem Nameserver der German Privacy Foundation oder OpenDNS.



















Dezember 21st, 2009 at 18:21
Ich kann zwar verstehen, dass alle Google mit gemischten Gefühlen betrachten, aber momentan kann man ihnen noch nichts ankreiden und ich gehe mal davon aus, dass das auch so bleiben wird. Wenn die das ändern und mit Informationszensur mit den Massenmedien oder der Politik gemeinsame Sache machen würden, würden die anderen Suchmaschinen schnell ihre Chance riechen, da einzuspringen und Google Marktanteile abzunehmen. Deshalb glaube ich die Datenkrake wird eher sowas wie der aushebler für z. B. Zensursula und zwar auf Dauer.
LG u.