Farmville ist das neue Golf 2


FarmvilleDie Entwicklungen im Bereich Social Gaming gehören neben dem Fortschreiten mobiler Anwendungen zum Interessantesten, was das Web derzeit zu bieten hat. Bei Spielen wie Farmville, Mafia Wars oder Restaurant City können Facebook-User in mehr oder weniger aufwändigen Browser Games gegen ihren Freundeskreis antreten. Dabei richten sich diese Spiele weniger an klassische Gamer, sondern eher an die sogenannten Casual Gamer, die mal eben zwischendurch nach ihrem Gemüse gucken oder im virtuellen Aquarium ihre Fische füttern wollen. Von diesen Spielern gibt es nicht gerade wenig: Der Shooting Star Farmville konnte im September 30 Millionen aktive Spieler verbuchen.

Die Publisher dieser Spiele achten dabei sorgsam darauf, den viralen Character ihrer Apps zu fördern. So ist es bei fast allen populären Facebook Games für den Spieler von Vorteil, wenn möglichst viele Kontakte ebenfalls mitspielen. Dadurch werden Spieler motiviert, ihre Freunde als neue User zu werben. Mit regelmäßigen Updates auf der Facebook Wall des Users tun die Spiele ein Übriges, sich in die Wahrnehmung aller Freunde eines Spielers zu zwingen. Hat sich ein Facebook-Nutzer erst einmal für ein solches Spiel angemeldet, wird er mit Belohnungssystemen bei der Stange gehalten: Schnelle Erfolge am Anfang, virtuelles Gold, Experience, bessere Items, etc. – ein System, das sich bereits bei suchterzeugenden MMORPGs wie WoW oder Everquest bestens bewährt hat.

In China scheint sich das System noch erheblich besser durchzusetzen, als in der westlichen Welt: In einem interessanten Artikel bei Venturebeat ist zu lesen, dass der dortige Spitzenreiter Happy Farm, der vermutlich als Vorbild für Farmville gestanden hat, inzwischen 23 Millionen aktive User täglich (!) verzeichnen kann. 15 Millionen Chinesen sollen jeweils mehr als 5 Stunden täglich auf ihrer virtuellen Farm zubringen, viele stellen sich Nachts einen Wecker, um ihre Ernte zeitnah einzuholen. Die Plattformen der chinesischen Spiele sind RenRen, Kaixin001, 51.com, und QZone und dürften vom Prinzip ähnlich wie Facebook funktionieren.

Meine Farm

Über World of Warcraft wurde einmal gesagt, es sei das neue Golf. Inzwischen, so glaube ich, darf man von Social Gaming als neuem Golf sprechen. Meinen Chef treffe ich dort ebenso als Nachbar an wie alte Freunde, die ich seit Jahren nicht gesehen habe. Auch technophobe Leute, die vor einem Jahr nicht wussten, was Facebook überhaupt sein soll, finden an diesen Spielen Gefallen. Die Spitze der Fahnenstange ist dabei wohl noch lange nicht erreicht. Die Publisher experimentieren selbst noch, mit welchen Features sie ihre Spieler glücklich machen und auch die Möglichkeiten der Facebook Plattform dürften noch nicht ausgereizt sein.

Ich bitte nun, mich zu entschuldigen, ich muss nach meinen Wassermelonen sehen, und außerdem habe ich einen Job in Cuba zu erledigen.


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2 Gedanken zu “Farmville ist das neue Golf

  • M. Erp

    Einen weiteren interessanten Punkt in diesem Zusammenhang, stellen meiner Meinung nach die speziellen Credits dar, die der User für bestimmte Aktionen oder Gebäude kaufen muss(!) um sie überhaupt nutzen zu können. Dabei können die User solche Credits auch über Anmeldungen oder Käufe auf externen Websites bekommen. Social Gaming verbindet sich hier mit verschiedenen Marketing-Aspekten, eine Beobachtung der weiteren Entwicklungen scheint daher sinnvoll!