Location-Based Gaming: Foursquare und Gowalla
Foursquare ist in den USA derzeit einer der angesagtesten Location-Based Services. Dabei handelt es sich zunächst mal um einen Dienst, der ähnlich wie Brightkite oder Google Latitude arbeitet: Nutzer können mit ihrem GPS-Handy an ihrem aktuellen Standpunkt einchecken und damit ihren Kontakten mitteilen, wo sie sich aufhalten. Für Nerds ist so etwas zweifellos eine interessante Anwendung, der Mehrwert eines solchen Dienstes ist der breiten Masse der Smartphone Besitzer aber erfahrungsgemäß nur schwer zu vermitteln. Um dieses Massenpotenzial zu erschließen setzt Foursquare auf eine spielerische Komponente: Für das Einchecken an einem Ort werden Punkte vergeben. Mit diesen Punkten lassen sich Abzeichen, sogenannte Badges verdienen. Wer an einer bestimmten Location innerhalb einer Woche am häufigsten eincheckt, erhält den Titel des Mayors für diesen Ort. Das klingt zunächst unspektakulär, scheint aber für viele einen gewaltigen Suchtfaktor mit sich zu bringen. In den USA ist Foursquare mittlerweile derart angesagt, dass manche Wirte ihrem Foursquare Mayor bereits freie Getränke spendieren.
Infolge des gewaltigen Erfolges expandiert Foursquare derzeit im Eiltempo. Gab es den Dienst anfangs nur für ausgewählte US Städte, kommen inzwischen auch schon Benutzer in Kanada, London und Amsterdam in den Genuss der Applikation. Schon bald soll Foursquare dann weltweit verfügbar sein. Ob es in Deutschland tatsächlich zu einer ernstzunehmenden Adaption kommt, bleibt abzuwarten. Bekanntlich sind die Leute hierzulande weitaus skeptischer bei der Akzeptanz neuer Innovationen, als US-Bürger.
Wer sich hierzulande am Location-Based Gaming versuchen und nicht auf Foursquare warten möchte, findet mit Gowalla möglicherweise eine Alternative. In Gowalla pflegt man einen Online-Reisepass, in dem man Stempel von Orten, die man besucht hat, sammeln kann. Zusätzlich hat man einen virtuellen Rucksack mit Items, die man an beliebigen Orten aussetzen kann, wo sie von anderen Spielern eingesamelt werden können. Im Gegensatz zu Foursquare ist Gowalla bereits jetzt weltweit verfügbar. Ein lesenswerter Artikel über Gowalla findet sich bei WBN:Digital.

Die spielerischen Elemente von Foursquare und Gowalla mögen primitiv erscheinen, aber Facebook-Games wie Farmville oder Mafia-Wars haben gezeigt, dass auch einfache Spiele riesigen Erfolg haben können, wenn sie erstmal die kritische Masse erreicht haben, um viral zu werden. Genau hier dürfte die Herausforderung der Betreiber liegen: In meiner Heimatstadt Essen sind in Gowalle derzeit ganze zwei Orte bekannt: Ein Starbucks und eine Marc ‘O Polo Filiale. Ich werde in den nächsten Tagen vermutlich den ein oder anderen hinzufügen, aber solange keiner mitspielt, bleibt der Spass auf der Strecke.
Tags:foursquare, gowalla



















Oktober 18th, 2009 at 15:51
Danke für den Link! Du kannst mich gern auch bei Gowalla adden.
Januar 16th, 2010 at 16:32
Der wohl größte Nachteil von Gowalla ist allerdings, dass der Dienst außschließlich über iPhone funktioniert. Das schließt viele, die gerne den Dienst nutzen möchten, einfach aus. Drum vielen Dank für den Link! Wie ich sehe, befinden sich auf foursquare schon weit mehr meiner Netzfreundschaften als auf Gowalla. Eigentlich kein Wunder…