Webmaster Blog

Der Weg in die Cloud: Evolution der Blogosphäre

Beobachtet man die Entwicklung vieler einflußreicher Blogs, so lassen sich zwei Trends feststellen: Zum einen eine Professionalisierung, die zu magazinartigen Multiautorenblogs wie TechCrunch, Netzwertig, BasicThinking oder Spreeblick führt, deren oft bezahlte Autoren hochkarätige Artikel produzieren, die einem Produkt des Qualitätsjournalismus in nichts nachstehen. Andere einstige Alphablogger wie Stephan Mosel, Robert Scoble und gar Robert Basic posten immer seltener in ihre Blogs.

Dabei ist es jedoch keineswegs so, dass diese Vorreiter der Blogkultur von der Bildfläche verschwunden sind. Vielmehr lässt beobachten, wie viele einstige Alphablogger ihre Netzaktivitäten vom eigenen Blog auf Microblogging-Plattformen wie Twitter, Identi.ca oder FriendFeed verlagern. Steve Rubel, der für mich lange Zeit ein Vorbild als Blogger war, hat kürzlich gar angekündigt, sein Blog ganz einzustellen, und seine Leser künftig mit Hilfe seines per Posterous geführten Lifestreams auf dem Laufenden zu halten. Er gibt damit quasi sein Eigenheim im Netz zugunsten eines Lebens in der Cloud auf.

Video Killed The Radio Star – hat Microblogging klassische Blogs überflüssig gemacht? Ich denke nicht, denn manchmal ist es einfach nötig, in die Tiefe zu gehen, und dafür ist ein Blog ein Medium erster Wahl. Nur macht es zum Beispiel für mich kaum noch Sinn, hier über einen neuen Web 2.0 Dienst zu schreiben, wenn TechCrunch oder Netzwertig das zugleich schneller, besser und hintergründiger können. Bevor ich eine schlechte Kopie deren Artikel hier veröffentliche, verlinke und kommentiere ich diesen dann doch lieber per Twitter und FriendFeed. Für meine Follower versuche ich auf diesem Weg, als Informationsfilter zu agieren, der interessante Infos und Fundstücke aus dem Netz gezielt weiter verbreitet. Ich glaube, dass ich das ganz gut kann.

Dieses Blog wird NICHT eingestellt. Es wird hier immer wieder mal Artikel wie diesen geben, die einen Aspekt tiefer beleuchten, als ich das mit einem Tweet oder ähnlichem könnte. Das Webmaster Blog ist und bleibt ebenso ein Teil meiner persönlichen Cloud, wie mein Twitter Stream und mein Facebook Profil. FriendFeed werde ich verstärkt als Hub ausbauen, auf dem ich meine verteilten Webaktivitäten zusammenführe.





6 Kommentare zu “ Der Weg in die Cloud: Evolution der Blogosphäre ”

  1. # 1 NES Kid schreibt:

    Das ist das Ding! Als Webmaster hast du sowieso eine Sparte belegt die TechCrunch u.a. gar nicht bedienen könnten. Und nicht jeder muss über das neue iphone schreiben. Wie immer wenn große Player auf den Plan treten oder sehr sehr viele Einzelpersonen ungefähr das Gleiche machen, muss sich jeder immer weiter spezialisieren um sein Daseinsrecht zu behaupten. Klappt doch! ;)

  2. # 2 Robert schreibt:

    und eine Sache haste vergessen: Ich lese viel lieber von Menschen etwas, was sie denken, zu was auch immer, wenn ich sie kenne, als von Techcrunch etc

  3. # 3 Markus schreibt:

    so wie robert seh ich es auch. leider fehlt mir das gewisse “schreibgen” und ich schreib selten was. mein eigentlicher blog dümpelt so vor sich hin.

  4. # 4 PHP-Friends schreibt:

    Meiner Meinung nach sollte sie ihre Blogs ruhig weiterführen. Twitter und Konsorten gefallen mir als Blogersatz überhaupt nicht. Schade drum. Aber was kann man machen? Die Initiative “Rettet das bloggen”?

  5. # 5 Eigenheim im Netz schreibt:

    [...] ja, Totgesagte leben bekanntlich länger. Dabei sind die Gedanken und Argumente bei Webmaster Blog nicht falsch. Der Trend geht hin zu einem “Leben in der Cloud”. Oder, wie man das im Webmaster Blog [...]

  6. # 6 blogoscoop » Wie mit Blogs erfolgreich werden und wie geht es dann weiter? schreibt:

    [...] Der Weg in die Cloud: Evolution der Blogosphäre Wohin steuern Blogs, Professionalisierung oder Wechsel zu Microblogging? [...]

Dein Kommentar


  • Archive