Die Briten machen mir Angst
Es ist schon durch verschiedene Medien wie SpOn oder Heise gegangen: Großbritannien plant den ultimativen Überwachungsstaat. Anscheinend will die Regierung 15 Milliarden Euro für ein Überwachungssystem ausgeben, welches sämtliche digitale Kommunikation überwacht und speichert: Webseitenaufrufe, E-Mails, Chat, SMS, Telefonate, etc. Schon jetzt stellen die britischen Geheimdienste laut Spiegel Online 500.000 Anfragen jährlich an den Innenminister, um Websites oder E-Mails zu überwachen.
Der Vorwand für diese totale Überwachung ist, wie sollte es anders sein, die Terrorismusbekämpfung:
Dem “Telegraph” sagte ein Beamter des Innenministeriums im Oktober, man könne mit derartiger Technologie etwa Chat-Sitzungen auf passwortgeschützten Islamisten-Websites mitschneiden.
Die Folge aber wird sein, dass der Staat jederzeit so ziemlich alles über einen Bürger abrufen kann: E-Mails, Telefonate, Downloads, Aufenthaltsort, Einkäufe, etc. Der technische Aufwand, den so eine Kompletterfassung bedeutet ist schwer vorstellbar, andererseits sind 15 Milliarden Euro auch ein gewaltiger Berg Geld.
Auch das tatsächliche Ausmass einer solchen Massnahme in einer Welt, in der das Leben mehr und mehr online stattfindet, ist kaum auszumalen, selbst wenn man sich mit der Materie auskennt. Der normale Bürger wird das nicht mal annähernd verstehen können. Dennoch hoffe ich, dass die Briten aufwachen und sogenannte Volksvertreter, die eine solche Überwachung durchsetzen wollen, dahin jagen, wo sie hingehören.
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November 8th, 2008 at 17:25
Terrorismusbekämpfung an sich ist ja durchaus ein sinnvolles Ansinnen. Verständlich auch, die Angst vor der Planung von Anschlägen via Web u.Ä.
Es darf jedoch nicht sein, dass die Rechte eines einzelnen Bürgers dadurch in Mitleidenschaft gezogen werden. Genau dies würde jedoch bei einem solchen Vorgehen durch den Statt passieren. Es wurde zwar schon an anderer Stelle des häufigeren erwähnt, aber wer das Buch “1984″ von George Orwell gelesen hat, fühlt sich sehr Unwohl, wenn er sowas hört.
Wir haben mit Schäuble ja auch jemanden, der am liebsten jeden einzelnen überwachen würde…
Pfui
November 10th, 2008 at 15:31
Ich habe das Gefühl, dass der Terrorismus immer als Grund vorgeschoben wird, den Bürger mehr und mehr zu durchleuchten und ihm die Intimsphäre zu nehmen. Ich persönlich fühle mich nicht gerade wohl, wenn ich diese Nachrichten lese. Auch wenn das erstmal nur Großbritannien betrifft, würde ich so etwas unserem deutschen Vater Staat auch zutrauen.
MfG Marius
November 12th, 2008 at 18:15
Ich habe auch das Gefühl, daß es mitunter oberste Staatspriorität ist, den Bürger so gläsern wie möglich zu machen. Und dabei scheinen sich die Staaten dieser Welt recht einig zu sein, ich denke, diese Bestrebungen gibt es überall. Es beschert mir auch ein sehr mulmiges Gefühl, wenn ich darüber nachdenke, was man wohl schon alles über mich – ohne mein tatsächliches Bewußtsein darüber – weiß und wie es unter Umständen genutzt wird oder werden könnte. Das hat wohl System, auch wenn ich überhaupt noch nicht überblicke, welche Konsequenzen das für den Einzelnen haben wird.
November 24th, 2008 at 13:49
Wenn man beides abwägt Terror / Privatsphäre… bin ich dann doch eher für meine “Sicherheit”, also würde es akzeptieren.. wenn auch nur mit einem murren.
November 25th, 2008 at 2:07
@markus: Dein Vertrauen in den Staat ist enorm… Glaubst Du wirklich, solche Massnahmen dienen der Sicherheit des Volkes?