Südkorea erlässt Realnamen-Pflicht für’s Internet
Auch andere Länder erlassen fragwürdige Gesetze für die Internetnutzung: So wurde in Südkorea laut ZDNet ein Gesetz verabschiedet, nach dem das Posten in Internetforen nur noch unter Realnamen zulässig sei. Die Einhaltung dieser Vorschrift soll von einer Internet-Sittenpolizei kontrolliert werden.
Grund für die Verabschiedung dieses Gesetzes soll angeblich der Selbstmord der erfolgreichen koreanischen Schauspielerin Choi Jin-sil sein. Diese hat sich Anfang Oktober das Leben genommen, weil sie offenbar massiv im Internet belästert wurde. Tatsächlich aber plant die Regierung, wie zum Beispiel bei Netzpolitik nachzulesen ist, schon lange ein entsprechendes Gesetz. Hier wird also, wie so oft, mal wieder eine Tragödie zur Durchsetzung längst vorhandener politischer Interessen vorgeschoben.
Ich habe Südkorea in Punkto Internetnutzung immer für extrem fortschrittlich gehalten und hätte auch eine entsprechende Gesetzgebung erwartet. Doch scheinbar herrscht auch bei der dortigen Regierung ein hohes Interesse an einer stärkeren Kontrollierung des Internets. Das ein derartiges Gesetz nur mit einer restriktiven Kontrollierung durchsetzbar sein wird, dürfte auf der Hand liegen.
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November 5th, 2008 at 21:19
Fragt sich nur, wie sie die reellen Namen der Einzelnen heraus finden wollen. Jeder kann doch im Internet Café ein Forum besuchen und dort einen Kommentar posten. Muss derjenige dort dann vollen Vor- und Zunamen mitsamt Perso vorlegen, damit man ihn jederzeit kontrollieren kann? Irgendwo schon sehr beängstigend. Dann werden sicher auch viele Meinungen, die der Obrigkeit nicht passen, zensiert und vorbei ist es mit der Freiheit der Gedanken…. Ich denke, so ein Gesetz ist doch sehr bedenklich.
November 9th, 2008 at 13:07
[...] Südkorea verpflichtet die User, nur noch mit Klarnamen im Netz herumzusurfen Werbung Artikelzusatzinfos 3. Artikelstatistik: [...]
November 9th, 2008 at 18:59
@benli: korrekt, es muss der perso vorgelegt werden damit man im internet surfen darf! ebenso wird vor der benutzung noch ein foto von dem nutzer gemacht… um ggf. später attentäter oder ähnliches zu identifizieren…
November 12th, 2008 at 20:11
[...] muss in Südkorea anscheinend das Internet vor wildernden Menschenmassen geschützt werden. Jedenfalls darf man sich dort nur noch mit Klarnamen in Webforen anmelden. Scheint übrigens auch gar keine so neue Idee zu [...]
November 16th, 2008 at 16:01
Angst macht einem das schon, aber welcher Webmaster kennt das das zu Spammen nicht, da wäre es hilfreich.