Rottenneighbour: Freiwillige Selbstzensur deutscher Zugangsprovider? 6


Eins vorweg: Ich finde ein Denunziantenportal wie RottenNeighbour hochgradig asozial. Dass ich die Site, kurz nachdem staatliche Medienwächter darauf aufmerksam geworden sind, nicht mehr erreichen kann, erscheint mir jedoch bedenklich.

Derzeit ist scheinbar noch unklar, wieso viele deutsche Internetuser die Site derzeit nicht aufrufen können. Als 1&1 Nutzer kann ich den vergammelten Nachbarn derzeit jedenfalls nicht aufrufen, und laut Pottblog sind auch Kunden von Alice, Arcor, KabelDeutschland, O2 DSL, Strato/Freenet, UnityMedia und Versatel von dem Problem betroffen.

Die Frage ist nun, ob es sich um ein Problem des Betreibers handelt, oder ob tatsächlich eine grössere Anzahl deutscher Internet Provider beschlossen hat, ihren zahlenden Kunden vorzuschreiben, welche Websites sie im Internet besuchen. Bisher konnte ich kein offizielles Statement eines Providers finden. Da die Sache aber inzwischen Wellen schlägt fände ich es begrüssenswert, wenn die PR Abteilungen der betroffenen Unternehmen am Montag mal dazu Stellung nähmen. Hat es einen staatlich verordneten Zensurdämpfer gegeben? Falls ja, mit welcher Rechtsgrundlage? Handeln die Provider hier in vorauseilendem Gehorsam wider ihre Kunden? Im Fall Acor vs. YouPorn hat es sowas ja bereits gegeben. Oder liegen wirklich technische Probleme bei Rottenneighbour selbst vor?

Update: Bei Netzwertig gibt es doch schon eine Stellungnahme von 1&1 zu lesen: Der Pressesprecher äussert sich dort dahingehend, dass 1&1 als Reseller gar nicht in der Lage wäre, eine Sperrung durchzuführen. Er vermutet eine Routing Störung.


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