FriendFeed Seiten bekommen Pagerank
Wie zahlreiche SEO Blogs von den Dächern schreien, hat gestern das von Matt Cutts angedrohte Update des Toolbar Pageranks stattgefunden. Nachdem inzwischen weitgehend bekannt ist, dass dieser Balken keine wirkliche Aussage über Autorität oder Ranking einer Seite bei Google zulässt, hatte ich ursprünglich nicht vor, darüber zu schreiben. Ein Punkt macht die Sache dennoch interessant für mich:
So haben viele Profilseiten auf FriendFeed mit diesem Update erstmals ein wenig PR-Grün zugeteilt bekommen. Und davon teilweise gar nicht mal wenig: So trägt die FriendFeed-Seite von Robert Scoble nun einen beachtlichen Pagerank 6. Andere A-Lister wie Jason Calacanis, Michael Arrington oder Louis Gray kommen mit ihren Profilseiten immer noch zu einem Pagerank 5, ich selbst konnte auf FriendFeed einen PR 3 erreichen.
Einerseits sind diese Werte ein weiteres Indiz dafür, dass der angezeigte Pagerank in kaum einem Zusammenhang zum Ranking bei Google steht. So stösst man bei Google Recherchen sehr selten auf FriendFeed Seiten gestossen, was vermuten lässt, dass deren Rankingpower nicht besonders hoch ist. Dennoch ist davon auszugehen, dass FriendFeed-Profile mit Pagerank 5 oder 6 sehr regelmässig vom Googlebot aufgesucht und nach neuen Links abgegrast werden. Somit ist eine populäre FriendFeed-Seite sicher ein ausgezeichnetes Werkzeug, um Seiten in den Google Index zu bringen. Es ist gut denkbar, das ein Link von einer solchen Seite aufgrund der starken Domain auch einen gewissen Autoritätsboost mit sich bringt.
Bleibt die Frage offen, was mit FriendFeed passiert, wenn sich dies in SEO Kreisen herumspricht. Bereits jetzt bin ich dort hin und wieder auf Profile gestossen, deren einziger Zweck es zu sein schien, Splogs in den Google Index zu bringen. So mancher SEO dürfte bei der Vorstellung, eine PR6 Seite unter einer Trusted Domain beliebig mit Nofollow-Links befüttern zu dürfen, zu sabbern anfangen. Eine SEO Invasion von FriendFeed könnte also in Kürze bevorstehen.
Natürlich darf man nicht übersehen, dass ein Robert Scoble hart dafür gearbeitet hat, dass seine FriendFeed Seite eine derartige Bedeutung erlangt hat. Man sollte aber auch die Hartnäckigkeit mancher SEO nicht unterschätzen. Wem es gelingt, fast täglich inhaltsarme Blogposts auf die Startseite von Yigg zu pushen, dem ist auch zuzutrauen, ein PR6-taugliches Netzwerk auf FriendFeed zu weben. Ich bin allerdings zuversichtlich, dass derartige Bemühungen eine Randerscheinung bleiben, und FriendFeed auch weiterhin eine wertvolle und nutzbare Informationsquelle bleibt.





