WhatsYourPlace: Handel mit virtuellem Land
Die Idee wirkt auf den ersten Blick skurril: Auf WhatsYourPlace kann man Grundstücke erwerben – rein virtuell, auf einer Google Map. Einen realen Besitzanspruch auf irgendwelche Ländereien hat man nicht dadurch, lediglich das Privileg, beispielsweise die Freiheitsstatue oder die Schalke Arena in der Parallelwelt von WhatsYourPlace zu besitzen.
Obwohl ein wirklicher Gegenwert nicht vorhandenen scheint, konnte man inzwischen beachtliche 5.000 virtuelle Grundstücke verkaufen, wie mir Tobias Lampe, Geschäftsführer des Betreibers Value Maps GmbH, per Mail mitteilte. Der Hektar Pixel geht dabei für 9,95 Euro über den Tisch, grössere Besitztümer sind entsprechend teurer.
Man mag sich nun fragen, wer so verrückt ist, reales Geld für einige Pixel auf einer Google Map auszugeben. Einen Wert bekommt so ein Grundstück erst dadurch, dass es WhatsYourPlace gelungen ist, eine Community aus Leuten zu schaffen, die sich für diese Ländereien interessieren. Es ist ein bischen vergleichbar mit einem epischen Schwert in World of Warcraft: Physikalisch existiert solch ein Schwert nicht, es sind nur Bits und Bytes auf dem Server von Blizzard, und dennoch wären hunderte von Spielern bereit, ihr letztes Hemd für so ein Schwert zu geben. Ich könnte hingehen, und dieses Schwert in Second Life nachbauen, doch wäre es da quasi wertlos. Nur in World of Warcraft ist ein Tempest of Chaos geeignet, um Furcht beim Gegner und Ehrfurcht bei den Kameraden hervorzurufen. Würde ich hier im Blog anfangen, Pixelkleider zu verkaufen, für die junge Mädchen auf Stardolls ihr Taschengeld verprassen, wäre ich erstaunt wenn ich auch nur ein einziges verkaufte.
Es handelt sich um virtuelle Statussymbole, deren Glanz nur im Kontext ihrer eigenen Plattform erstrahlt. Genauso verhält es sich mit dem Land bei WhatsYourPlace. Jeder kann sich eine Google Map mit der Freiheitsstatue auf die Website stellen, aber auf WhatsYourPlace darf eben nur einer das symbolträchtige Bauwerk sein Eigentum nennen. Dafür sind Leute bereit, Geld auszugeben. Ich übrigens auch: Ich habe mir ein bescheidenes Eigenheim in Japan zugelegt.

Etwas merkwürdig scheint mir, dass man bei der Suche in der Karte das Land aus einem Pulldown Menü auswählen muss, welches leider unvollständig ist. So fehlen unter anderem Peru und Malaysia, was mich daran hinderte, mir die Petronas Türme unter den Nagel zu reissen. Naja, so ein buddhistischer Tempel ist ohnehin irgendwie entspannender.
Was man aus so einem virtuellen Grundstück alles machen kann, zeigt eindrucksvoll der Europa Park, dessen virtueller Eigentümer über 200 Attraktionen des Freizeitparks mit Fotos auf seinem Pixelgrundstück verzeichnet hat. Allerdings bringt diese Poweranwendung die Plattform auch an die Grenzen ihrer Kapazität, mein Firefox wird beim Aufruf der Karte doch arg träge.




Juli 14th, 2008 at 7:18
Wie schon via Twitter … WYP ist so ziemlich die sinnfreiste Art jemanden finaziell zu unterstützen. Die Plattform hat zumindest aus meiner Sicht keinerlei mehrwert zu bieten, ausser vielleicht nem Virtuellen “mein Haus, mein Boot, mein Auto” und wenn denn schon Schwanzlängen vergleicht, dann wenigesten in 3D und nicht als Google Maps Layer.
Juli 17th, 2008 at 18:21
[...] vom Webmaster Blog ist beispielsweise beim Testen von WYP gleich selbst zum Landbesitzer geworden. Und beantwortet die [...]