Lively: Google macht auf Second Life 11


Das Google irgendwann ins Web 3D einsteigen würde, war für mich abzusehen, aber so wie es jetzt gekommen ist, hatte ich nicht damit gerechnet:

Lively läuft als Plugin in einem für Google ungewohnt verspielten Look and Feel direkt im Browser des Nutzers. Nach Installation des Clients darf man einen Raum wählen, in dem man sich mit seinem Avatar bewegen kann, oder einen völlig neuen Raum erstellen.

Hat man einen Raum betreten, kann zunächst ein Avatar aus einer kleinen Auswahl gewählt werden, der sich dann in einem zweiten Schritt modifizieren lässt. Die Anpassungsmöglichkeiten kommen hier nicht annähernd an Second Life heran, die Avatarbearbeitung erinnert eher an das bearbeiten eines Mii auf Nintendos Wii Konsole.

Beim Gestalten eines Raumes kann man zwischen derzeit 19 Templates wählen, die Grundriss und Styling des Raumes bestimmen. Danach lässt dieser sich mit einigen von Google vorgegebenen Einrichtungsgegenständen schmücken. Auch dies erinnert mehr an eine sehr frühe Beta der Sims, als an die umfangreichen Bau- und Gestaltungsmöglichkeiten, die man in Second Life vorfindet. Nettes Feature: Lively-Räume lassen sich als Widget auf beliebigen Websites einbinden.

Ungewohnt auch die Steuerung: So bewegen die Cursortasten nicht etwa den Avatar, sondern scheinbar die Kamera, wobei vorne und hinten beziehungsweise links und rechts auch noch vertauscht scheinen. Den Avatar konnte ich nur bewegen, indem ich diesen mit der Maus durch den Raum zog. Dafür geht er dann auch mühelos zum Beispiel durch virtuelle Betonpfeiler, die im Raum stehen.

Laut Read Write Web war Lively ursprünglich ein 20% Projekt von Google Mitarbeiterin Niniane Wang. Die Plattform ist als Beta gekennzeichnet, macht auf mich aber einen extrem unreifen Eindruck. Ich glaube nicht, dass Google sich mit der Veröffentlichung zum jetzigen Zeitpunkt einen Gefallen getan hat.


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11 Gedanken zu “Lively: Google macht auf Second Life

  • Tanisha

    Eigentlich ist das ja gar nicht Googles Art halb fertige Sachen zu präsentieren. Und dann noch so einen billigen Abklatsch von Second Life.

    Google sollte sich selber einen gefallen tun und sowas nicht veröffentlichen!

  • Siegfried

    Dass Lively noch nicht vollkommen ist, erwarte ich bei einem Labs Projekt eigentlich nicht. Dafür sind es ja Labs Projekte, die wie seinerzeit ja auch Orkut nebenher entwickelt worden sind. Sieht mir eher danach aus, mal zu testen was sich da wirklich bewegen lässt und wie es von den Early Adaptors aufgenommen wird.

    Google hat ja den Vorteil dass Resourcen zur Verfügung stehen, mit denen mal so was auf die Beine stellen kann und dann auch am Laufen halten, wenn es genügend Feedback gibt.

    Warum muss also immer alles schon 100%ig sein, wenn Google ein Lab Projekt rausgibt.

  • Thomas Frütel Beitragsautor

    @Siegfried: Ich erwarte doch keine Perfektion, aber das ganze kommt für mich so schwach rüber, dass ich mir schwer vorstellen kann, mich in nächster Zeit noch mal mit dieser Plattform zu beschäftigen.

    Und dabei bin ich doch, was sowas angeht, ziemlich begeisterungsfähig.

  • Siegfried

    @Thomas: warten wirs ab und trinken Tee. Schließlich sind sowieso nicht wir zwei Beide, die es entscheiden 😉

    Na, wenn ich es vergleiche mit dem was ich am Anfang bei SecondLife erlebt habe, dann sind die Unterschiede gar nicht so groß. Allerdings muss man auch sehen, dass mittlerweile ein paar Tage ins Land gegangen sind. Bin trotzdem gespannt, weil einfach das Potential an Benutzern größer sein kann, da man man mit seinem GoogleMail Account recht schnell und einfach reinkommt.

  • schnaeppchen

    Das ist, finde ich, voll der Betrug,
    da ist Second Life 100,99% Besser!!!
    Da merkt man:
    Google will die Weltmacht in der Internetbranche!

  • malonwyngard24

    Langsam fange ich an, zu begreifen, was wir in Lively gemacht haben, in dem wir genau das getan haben, was – mit dem argument, „beschränkt“ zu sein – nicht geplant war; wir haben uns letzthin Welten geschaffen, die das ge- sprengt haben, was auf Second Life möglich ist.
    Auf einmal fuhren kleine Flußdampfer durch die Räume, segelten die Avatare durch den „space“ jenseits der Grenzen, wir waren jeder „Alice in wonder- land“ …..
    Und das haben wir nie wieder in einer der über 58 laufenden 3 D Welten wieder getroffen…..obwohl wir sie – auf der Suche nach einer neuen Heimat – ausgiebig getestet haben.
    Wir hatten Spass, uns wurde es nie langweilig……ich hab mein kleines Kerl- chen mit den melancholischen Augen und den niedlichen Sprechblasen ver- misst……..