Twitter – Ende einer Ära?
In seinem Post Twitter Has Jumped The Shark stellt Duncan Riley die These auf, dass Twitter am Ende ist. Gerade jetzt, als der Vorzeigeservice der Web 2.0 Geeks anfängt, auch von einer breiteren Masse wahrgenommen zu werden?
Es mag durchaus etwas dran sein. Die berüchtigten Downtimes haben in den letzten Wochen einen neuen Höchststand erreicht. Michael Arrington von TechCrunch, der in letzter Zeit scheinbar gar nicht gut auf das Twitter Team zu sprechen ist, lästert bereits:
Twitter suffered a minor period of uptime last night between database failures. Everything seems back to normal now. Perhaps somebody returned that lost database to them.
Neue Plattformen wie FriendFeed, Mento und Plurk sind zwar kein Ersatz für Twitter, nehmen aber dennoch die Aufmerksamkeit der Early-Adopter in Anspruch. In Folge wird es still in der Twittersphere, auch wenn der Service mal für längere Zeit läuft.
Einen wirklichen Ersatz, das schreibt auch Duncan, gibt es nicht für Twitter. Jaiku ist noch immer Invite Only und verstaubt irgendwo bei Google, Pownce ist vom Konzept her eher ein Filesharing Service mit Messaging-Funktionen, Plurk hat keine API, FriendFeed ist zu komplex. Twitter Clones wie Dukudu, Wamadu, Frazr und wie sie alle heissen mögen, werden sich auch weiterhin schwer tun, da es keinem von denen gelingen konnte, eine nennenswerte Community aufzubauen. Vermutlich würden diese Plattformen sich auch noch schneller zerlegen als Twitter selbst, wenn dort auch nur ein Bruchteil des Twitter-Traffics auflaufen würde.
Ist die Ära Twitter also bereits vorbei? Jetzt, wo man hätte denken können, das Microblogging startet so richtig durch? Ich weiss es nicht. Die Diskussion, die in der Tech-Blogosphäre im Moment stattfindet, erinnert an Muster, die man sonst aus der Klatschpresse kennt. Da wird ein Star zunächst aufgebaut, bis alle ihn lieben, und wenn er sich nicht weiter hochjubeln lässt, beginnt man ihn systematisch zu demontieren. Ist Twitter der Boris Becker unter den Webservices? Die Britney Spears des Web 2.0? Auf jeden Fall sind wir derzeit Zeugen eines interessanten Experimentes: Die Alpha-Geeks wenden sich genervt und gelangweilt ab. Kann eine Plattform wie Twitter langfristig überleben ohne jene, die sie gross gemacht haben?
[Cartoon von Geek And Poke]






Juni 7th, 2008 at 7:20
Sofern es Twitter irgendwann mal wieder schafft, stabil über einen längeren Zeitraum zu laufen, werden auch die Early Adopter wieder da sein, weil es z.Zt. – wie von Dir beschrieben – schlicht an brauchbaren Alternativen fehlt.
Twitter kann aber auch ohne diese Leute leben, vorausgesetzt es hat eine gewisse Popularität ausserhalb dieser Szene erreicht. Twitter, und jedes andere Startup auch, muss sogar ohne diese Leute leben können. Die Zahl dieser Nutzer ist begrenzt; weiteres Wachstum kann daraus nicht erwachsen.
Juni 9th, 2008 at 6:41
[...] Nicht nur Michael Arrington macht sich so seine Gedanken, nein es gibt mittlerweile auch schon Comics wie von Thomas Frütel verlinkt, die sich über Twitter lustig [...]
Juni 9th, 2008 at 9:44
Ich befürchte, dass Twitter in Kürze seinen Zenit erreicht. Wie beim Erdöl wird die Information dann verknappt… und man versucht für viel Geld das letzte aus dem Service zu holen.
Oktober 7th, 2008 at 6:39
[...] Kommentar dazu überlasse ich anderen. digg_skin = ‘compact’; digg_window = [...]