Erstes Fazit zu FriendFeed Rooms
Als ich Freitag morgen erstmalig auf FriendFeed über das neue Rooms Feature stolperte, war ich mir nicht sicher, was ich von dieser Funktionalität halten soll, und ob sie überhaupt in das Gesamtkonzept der Aggregationsplattform hineinpasst. Jetzt, nur zwei Tage später, hat es für mich den Anschein, als habe FriendFeed mit den Rooms einen echten Volltreffer gelandet.
Der Raum German
Ich hatte ja am Freitag spontan einen Raum für deutschsprachige FriendFeed Nutzer eingerichtet und hier im Blog darüber geschrieben, sowie einige meiner Kontakte direkt dazu eingeladen. Bereits eine gute Stunde später fand ich dort eine Subcommunity aus circa 15 Personen vor. Der erste Beitrag eines Teilnehmers machte mich mit den Worten »Hello from Austria« dann dezent darauf aufmerksam, dass der Raumname »Germany« für eine deutschsprachige Community vielleicht etwas unglücklich gewählt war. Auf Vorschlag von Nicole Simon habe ich den Raum dann später auch in »German« umbenannt, was allgemein positiv aufgenommen wurde.
Killerfeature Rooms oder unnützer Ballast?
Es stellt sich nun die Frage: Ist dieses Feature für FriendFeed überhaupt sinnvoll, oder handelt es sich um ein überflüssiges Gimmick? Robert Basic erteilt den Rooms in seinem Blog eine klare Absage, wirft den FriendFeed-Machern gar vor, sie verstünden ihr eigenes Produkt nicht. Aber ist dem wirklich so? Robert sieht den Wert von FriendFeed als reine passive Aggregationsplattform. Genau da aber liegt er, so denke ich, falsch. Lifestream Aggregation gab es auch schon vor FriendFeed. Der Erfolg dieser Plattform liegt keineswegs in der durchaus angenehmen Useability begründet, sondern darin, dass inzwischen eine Menge Kommunikation auf der Plattform selbst stattfindet.
Im Gegensatz zu Twitter sind Dialoge auf FriendFeed strukturiert, was zu Diskussionen führt, wie sie Twitter schlichtweg nicht ermöglichen kann. Ich hatte hier schonmal ein Beispiel dazu gebracht. Ein häufig wiederkehrendes Kommunikationsmuster ist, dass jemand auf Twitter eine Aussage in die Welt setzt, und sich auf FriendFeed eine ausgiebige Diskussion darum entfaltet.
FriendFeed Rooms sind letztendlich ein weiteres Werkzeug, um das unstrukturierte Geschnatter in geordnetere Bahnen zu lenken. Für jeden Raum, an dem ich mich beteilige, kann ich entscheiden, ob ich dessen Inhalte auch auf meiner FriendFeed Einstiegsseite sehen will, oder erst dann, wenn ich den betreffenden Raum per Navigation betrete. Alternativ gibt es selbstverständlich für jeden Raum auch einen separaten RSS Feed.
Blitzstart mit Schönheitsfehlern
Die Aktivität, die sich nach nur zwei Tagen in einigen Räumen beobachten lässt, ist beachtlich. So zählt der Social Media Room von Muhammad Saleem bereits über 350 Teilnehmer, die angeregt diskutieren. In German haben sich inzwischen 43 Personen eingefunden, dort geht es ruhiger zu, viele sind sich noch nicht sicher, was sie von den Rooms halten sollen. Auf einen Kritikpunkt stösst man immer wieder:
Es gibt keine Suchfunktion, mit der man bestehende Räume auffinden kann. Wie es auf einer Plattform, die von ehemaligen Google Mitarbeitern ins Leben gerufen wurde, zu einem solchen Fauxpas kommen konnte, ist rätselhaft. Die derzeit beste Möglichkeit, interessante Räume zu finden, ist der Meta-Raum FriendFeed Rooms, der vielfach genutzt wird, um neu ins Leben gerufene Räume anzukündigen.
Auch die Administrationsmöglichkeiten, die einem Raumgründer zur Verfügung stehen, sind eher bescheiden. Immerhin hatte ich die Möglichkeit, den Namen meines Raumes zu ändern. Weiterhin kann man als Admin Mitglieder zu einem Raum einladen oder, wenn diese sich daneben benehmen, wieder herauswerfen. Dagegen gibt es keine Möglichkeit, einen Raum wieder zu löschen, jemand anders zum (Co-)Administrator zu ernennen oder Moderatoren einzusetzen.
Lokalisierte Räume für nicht-englischsprachige Nutzer sind sicherlich eine beliebtes Anwendungsszenario des Room Features. Hier würde ich mir, wie Nicole wünschen, den Stream meines deutschsprachigen Blogs im German-Raum veröffentlichen zu können, statt in meinem Hauptstream. Letzterer wird in erster Linie von englischsprachigen Nutzern verfolgt, die mit diesen Inhalten ohnehin nichts anfangen können.
Tags:friendfeed



















Mai 26th, 2008 at 6:58
Hehe das “Hello from Austria” war ich
Finds auch gut das wir Österreicher und die Schweizer nicht ausgegrenzt werden
Mai 26th, 2008 at 7:41
Social Media: Friendfeed punktet mit neuem Konzept
Künftig lassen sich alle Social Media-Aktivitäten noch besser als bisher über Friendfeed abbilden. Mit dem neuen Rooms-Konzept wird Friendfeed zahlreiche Nutzer gewinnen, weil es damit die klare Einordnung von Informationen und Diskussionen ermögli…
Mai 26th, 2008 at 16:01
[...] Erstes Fazit zu FriendFeed Rooms FriendFeed Rooms sind letztendlich ein weiteres Werkzeug, um das unstrukturierte Geschnatter in [...]
Mai 26th, 2008 at 17:11
[...] das Problem lösen bzw. eine Bereicherung für das Konzept sind? Einige sind ja davon sehr angetan, andere gar nicht. Eine andere Überlegung: Mir geht es so, dass ich eigentlich keine große Lust [...]
Mai 26th, 2008 at 18:47
[...] nach twitter reden nun alle von friendfeed und deren neue gruppenfunktion, manche würden es jetzt als the next big hot [...]
Mai 26th, 2008 at 18:47
Mir geht derzeit noch nicht so ganz auf was ich mit Friendfeed überhaupt soll, viel anders sieht es bei Twitter aber auch noch nicht aus … und trotzdem nutze ich es. Dabei sein ist wohl alles?
Mai 26th, 2008 at 19:58
@Jojo: Ich kann dazu auch nur sagen, dass das Aha-Erlebnis erst mit intensiver Nutzung kommt. Das ging mir nicht anders – weder bei FriendFeed, noch bei Twitter.
Jedermanns Sache ist das sicher nicht. Ich persönlich bin fasziniert von der Kommunikationsflut, die dort zu jeder Tages- und Nachtzeit herrscht.
Mai 26th, 2008 at 20:26
[...] verlässt der Projekt Friendfeed seinen Betastatus und der ein oder andere Blogger wagt sich ran. Neu sind die sogenannte Rooms, also Gruppen, die sich zu [...]