FreundeFeed: Hat das Sinn?
Als TechCrunch am Freitag über FreundeFeed berichtete, ging ich fest davon aus, dass es sich bei dem Projekt um einen Scherz handeln muss. Ausser einem schlecht kopierten Logo, das inzwischen auch von der Seite genommen wurde, ist auf der Seite des angeblichen FriendFeed-Clone bisher nichts zu sehen. Martin Weigert von Zweinull.cc hat aber mit FreundeFeed-Macher Vincent Nicolai gesprochen und erfahren, dass das Projekt wohl durchaus ernst gemeint ist. Dabei soll sich FreundeFeed vor allem durch eine Integration deutschsprachiger Web2.0 Dienste vom Vorbild differenzieren.
Während sich Michael Arrington auf TechCrunch ziemlich herablassend über die deutsche Copy & Paste Kultur äussert, sehe ich es ähnlich wie Zweinull.cc, dass nichts dagegen einzuwenden ist, die Idee eines englischsprachigen Dienstes an lokale Bedürfnisse anzupassen. Im Fall FreundeFeed frage ich mich nur, wer die anvisierte Zielgruppe des Dienstes sein soll. Während Twitter so langsam in den Mainstream hinüberschwappt, richtet sich das FriendFeed-Konzept ganz klar an Early Adopter und Hardcore-Nerds. Diese Nutzergruppe hat allerdings naturgemäss wenig Probleme mit der englischen Sprache, nutzt tendenziell eher del.icio.us als Mister Wong, Digg statt Yigg und Flickr anstatt Sevenload.
Der Löwenanteil der Inhalte auf FriendFeed kommt ohnehin aus Twitter oder den eigenen Blogs der Nutzer, wie obenstehende Statistik über die Feeds meiner Freunde verdeutlicht. Wenn ein FreundeFeed nun zusätzlich Dukudu, Wamadu oder ähnliches unterstützt, dann ist das völlig unbedeutend, weil diese Dienste in der Zielgruppe schlichtweg keine Relevanz haben. Ich lasse mich jedoch gerne eines besseren belehren. Doch dazu muss FreundeFeed erst mal an den Start gehen.
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