Bloggen ist out?
Durch 2-blog bin ich auf die Blogparade von Liechtenecker gestossen, an der ich mich spontan beteiligen möchte.
Wie lange bloggst du schon?
Seit Juni 2003, also inzwischen fast fünf Jahre.
Wie viele Beiträge veröffentlichst du regelmäßig?
Im Schnitt ist es gut ein Beitrag pro Tag, manchmal sind es auch drei oder gar fünf, dafür gibt es auch Tage, an denen es für mich nichts zu bloggen gibt, oder an denen einfach nicht die Zeit dafür da ist.
Bist du mit anderen Bloggern gut vernetzt, kenn ihr euch persönlich?
Ich kenne einige Blogger persönlich, die meisten davon allerdings eher flüchtig. Das ist eigentlich schade, und ich werde versuchen, mich hier zu »bessern«.
Ist bloggen deiner Meinung nach out?
Davon merke ich nichts. Es gibt immer wieder Blogger, die ihr Blog an den Nagel hängen, aus verschiedensten Gründen. Dafür kommen aber auch immer mehr nach. Politiker fangen langsam an zu bloggen, wenn auch vereinzelt und meist noch zögerlich. Unternehmen beginnen Blogs zu führen, wenngleich die ersten Versuche hier oft ungeschickt wirken. Und zumindest für Web-Startups gehört das Führen eines Blogs zum guten Ton und ist unverzichtbar, um von der Community ernst genommen zu werden. Von der Presse werden Blogs noch immer gerne heruntergespielt, hier sehe ich aber auch Sorgen um die eigene Daseinsberechtigung als Triebfeder.
Was könnte danach kommen, wie sieht der Blog der Zukunft aus? (Microblogging, Mobile-Blogs..)
Dienste wie Twitter haben das Bloggen verändert, gar keine Frage. Vieles, was früher geblogged wurde, landet heute nur noch im Twitter-Mikrokosmos. Das ist nicht unbedingt schlecht für Blogs, mir ist jetzt kein Blogger bekannt, der sein Blog zugunsten Twitters völlig eingestellt hätte. Es kommen weniger Inhalte ins Blog, dafür sind das in der Regel die ausführlichen, tiefergehenden Themen. Viele binden auch Ihre Twitter Nachrichten mit ins Blog ein, das habe ich selbst erst heute in der Sidebar eingerichtet.
Lifestreaming Services wie FriendFeed führen dazu, dass Inhalte aus Blogs noch eine ganz andere Reichweite bekommen können. Inhalte werden nicht mehr nur in den Kommentaren des Blogs selbst oder in anderen Blogs diskutiert, sondern auch auf der Aggregationsplattform. Zunächst sind davon wie so oft die englischsprachigen Blogs betroffen, hierzulande hat FriendFeed ja bisher kaum Fuss gefasst. Über kurz oder lang sehe ich so etwas in der Art aber auch auf deutsche Blogger zukommen. Wie man damit am besten umgehen kann, weiss ich auch noch nicht. Ich sehe hier ein Potenzial, die eigenen Ideen noch breiter zu kommunizieren. Das dafür eventuell Pageviews auf der eigenen Seite verloren gehen, ist vielen ein Dorn im Auge. Vor diesem Hintergrund hätte man aber auch nie einen RSS Feed anbieten dürfen, denn bereits damit verzichtet man auf direkte Besucher zugunsten einer erhöhten Reichweite.
Das Blog der Zukunft ist aus meiner Sicht eine eher lose verbundene Datenwolke aus einer Quelle, eben dem Blogger oder einer Gruppe von Bloggern. Die Website selbst verliert an Bedeutung – Ideen, Inhalte und Identitäten dagegen werden immer wichtiger. Ich finde das spannend.
Hat man als neuer Blogger noch Chancen viele Leser zu bekommen?
Die Chance wird es, so denke ich, immer geben. Heute ist es angesichts tausender Blogs sicherlich viel schwerer, sich von der Masse abzuheben. Dafür gibt es auch viel mehr Leser, die mit der Technologie Blog etwas anfangen können. Wer etwas interessantes zu sagen hat wird über kurz oder lang seine Leserschaft finden. Mit reinem Umformulieren fremder Inhalte wird man nicht mehr weit kommen.
Wirst du dein Leben lang bloggen?
Ich glaube nicht, ob man es in zwanzig oder dreissig Jahren noch bloggen nennen wird, aber irgendwo meine Gedanken an die Öffentlichkeit bringen und offen diskutieren möchte ich gerne auch dann noch, ja.


















