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Bloggen bis zum Umfallen

In den USA sind Blogs und Blognetzwerke mittlerweile Serious Business. So machte das Technologieblog TechCrunch letztes Jahr einen Umsatz von drei Millionen Dollar, das Blognetzwerk Weblogs Inc. soll eine Million Dollar allein über Adsense erzielen und das Gawker Netzwerk bringt satte 52 Millionen Dollar an Gesamtumsatz. Politblogs sind längst ein anerkannter Faktor im US Wahlkampf und werden von den Präsidentschaftskandidaten und deren Beratern sehr ernst genommen. Wo so viel Geld und Einfluss im Spiel ist, herrscht naturgemäss auch ein knallharter Wettbewerb.

Da es im Internet keine Ladenschlusszeiten gibt, ist ein Powerblogger quasi rund um die Uhr auf der Jagd nach Neuigkeiten, über die es zu berichten gilt. Auch Michael Arrington, Gründer von TechCruch, klagt über die enorme Belastung, die das mit sich bringt:

I haven’t died yet [...] At some point, I’ll have a nervous breakdown and be admitted to the hospital, or something else will happen.

»Can you die from Overblogging« ist eine Frage, die sich durchaus stellt. Tatsächlich hat es kürzlich zwei Todesfälle gestresster Blogger gegeben: Russell Shaw und Marc Orchant starben an Herzversagen. Om Malik, als Betreiber von GigaOM ein weiterer prominenter Autor, hatte Ende letzten Jahres einen Herzinfarkt, den er aber glücklicherweise überlebte. Er hat die Konsquenzen gezogen und will die Angelegenheit nun entspannter angehen.

In Deutschland sieht die Lage noch anders aus. Kaum jemand kann hier vom Bloggen gut leben, Blogger werden von der Presse belächelt und von Politikern meist gar nicht wahrgenommen. Für die meisten hierzulande ist das Blog ein Hobby oder ein Werkzeug zur Selbstvermarktung. Doch auch Hobbies können zur Sucht und sogar gefährlich werden, wie einige Todesfälle von World of Warcraft Spielern eindrucksvoll belegen.

Mitunter empfinde auch ich den Druck, »mal wieder was bloggen zu müssen« als eine Belastung. Man will auch mal wieder eine Top-Story liefern, bei Rivva und Yigg ganz oben stehen. Doch ein wirklich bedrohlicher Leistungsdruck, wie ihm Michael Arrington oder Om Malik ausgesetzt sind, ist das für mich nicht. Gibt es wohl auch hierzulande Blogger, die unter einem ähnlichem Stress arbeiten, wie die US Kollegen?





5 Kommentare zu “ Bloggen bis zum Umfallen ”

  1. # 1 Nils Hitze schreibt:

    Interessanter Artikel, denke es ist nicht speziell das Bloggen, der Beruf als solches ist für Stress relativ egal, aber beim Bloggen kommt die gigantische Informationsflut oben drauf und da mit zu halten und immer neu fresh und funky zu sein ist schwer.

  2. # 2 Sascha schreibt:

    Der Gedanke ist mit Sicherheit interessant. Leider kenne ich auch noch niemanden der nur vom Bloggen leben kann, denn in diesem Fall wächst der Druck doch enorm an!

  3. # 3 dimido schreibt:

    Den Druck zum Bloggen kann ich dir gut nachfühlen, kenne es auch. Mein Lösungsansatz: einfach den Computer auslassen oder andere wichtige Tätigkeiten vorziehen.

    Stichwort Umsatzzahlen: Ist interessant was amerikanischen Blogger an finanziellen Mitteln umsetzten und zur Verfügung haben. Ich finde, die Zahlenwerte sollten nicht zu hoch bewertet werden, sonst meint die Allgemeinheit wieder, mit Bloggen könnte man gut Geld verdienen. Die aufgeführten Blogs sind Ausreißer, in der Gesamtheit aller Blogs, und deswegen sollte man die Zahlen mit Vorsicht betrachten.

  4. # 4 Jacques schreibt:

    Ich denke, den Stress beim bloggen macht man sich selbst. Zumindest als Hobbyblogger. Man möchte unbedingt den neusten und besten Artikel verfassen und macht sich dabei selbst Druck.

  5. # 5 Webmaster Blog | Internet News als Haiku schreibt:

    [...] wird dort beispielsweise auch das Thema überarbeiteter Berufsblogger aufgegriffen, und liest sich als Haiku wie folgt: Unhealthy bloggers! Step back from your [...]

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