Heatmap vom eigenen Blog
Heatmaps sind Visualisierungen einer Website, die anzeigen, auf welche Bereiche sich das Auge des Benutzers konzentriert. Mit diesen lassen sich dann zum Beispiel Rückschlüsse darauf ziehen, wie sich die Navigation der Site verbessern lässt oder auch, wo man am effektivsten die Werbung positioniert.
Typischerweise werden solche Heatmaps in Usability-Tests mit aufwändigen Eyetracking Verfahren erstellt – eine Massnahme, die für die meisten Webmaster nicht in Betracht kommen dürfte. Praktikabel ist es schon eher, mit dem Tool Crazy Egg die Mausbewegungen der Besucher auszuwerten. Einen anderen interessanten Ansatz verfolgt Feng-Gui: Hier wird versucht, mit KI-Algorithmen das Verhalten realer Benutzer zu simulieren, und auf diese Weise zu den Heatmaps zu kommen. Ich habe dies mal für die Startseite dieses Blogs und für die Einzelansicht eines Artikels ausprobiert:


Wie man deutlich erkennen kann, sind die Banner, die auf den RSS-Feed hinweisen, wahre Aufmerksamkeitsmagnete. Das ist durchaus beabsichtigt, schliesslich möchte ich die Zahl meiner RSS-Leser erhöhen. Weiterhin bleiben die Augen des simulierten Nutzers an der Artikelüberschrift und in geringerem Ausmass an dem Logo hängen. Über die Werbung, die in der Einzelansicht am Ende des Artikels steht, blickt der Feng-Gui User dagegen munter hinweg – was aber auch an der dezenten Aufmachung des Adsense-Blockes liegen dürfte. Man könnte hier den Rückschluss ziehen, dass es effektiver wäre, diesen Block direkt unter der Artikelüberschrift zu platzieren, um die CTR zu erhöhen. Auch ein weiterer Adsense-Block in der Nähe des RSS-Buttons könnte sich lohnen – das zumindest legen die Heatmaps nahe.
[via Freetagger]
Tags:heatmap, Usability



















April 3rd, 2008 at 21:42
Das Feng-GUI halte ich für reine Spielerei. Es ist ziemlich offensichtlich, dass dabei lediglich nach Signalfarben, großen Farbflächen und starken Kontrasten gesucht wird. Deshalb ist der RSS-Banner natürlich laut Feng-GUI ein Magnet.
Das Open-Source-Alternative zu Google Analytics “phpMyVisites” (www.phpmyvisites.us) enthält auch eine Click-Heat-Visualization, so dass man sehen kann, wo die User hinklicken (wenn sie Javascript aktiviert haben). Ich hab das bei mir mal eingesetzt und so z.B. festgestellt, dass einige auf einen grünen Punkt in der grauen Titelleiste des Wordpress iThemes geklickt haben (weil es eben wie der Schließen-Button usw. rechts oben in den Windows-/Mac-Fenstern aussah).
Allerdings macht dieses Script die Seite spürbar langsamer und es ist auch nicht sehr genau (ich habe die Vermutung, dass die Click-Heat mir nur bei denen die korrekte Heat-Map anzeigt, die im Vollbildmodus surfen, was in Zeiten von 16:9 und 20″ ja niemand mehr macht).
April 4th, 2008 at 17:12
Sehe ich genauso. Bilder, besonders bewegte, ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Das ist auch ohne Feng-GUI klar.
Leider finde ich auch Maustracking sinnlos. Wenn ich surfe schiebe ich die Maus immer dahin wo sie nicht im Weg ist. Also genau dahin, wo ich nicht hinsehe.
Mai 25th, 2008 at 12:03
> Leider finde ich auch Maustracking sinnlos. Wenn ich surfe
> schiebe ich die Maus immer dahin wo sie nicht im Weg ist.
> Also genau dahin, wo ich nicht hinsehe.
Kleiner Nachtrag: Die Heatmap von phpMyVisites zeigt nur an, wo hingeklickt wurde und nicht, wo sich die Maus überall “aufhält”.
Juni 6th, 2008 at 17:00
Ich finde die Heatmaps als Anhaltspunkt nicht schlecht. Zumindest kann einem visuell rasch gezeigt werden, wo die meisten Klicks erfolgen. Die Heatmaps sind natürlich nicht der Weisheit letzter Schluss, aber als Anhaltspunkt durchaus verwendbar. Besser grob richtig als exakt falsch…