Qualitätsjournalismus: Cookies sind kleine Programme
Die Zeit erklärt ihren Lesern, wie das Usertracking bei DoubleClick funktioniert:
Dann speichert die Firma, von welchem Computer die Abfrage kommt, und sendet ein kleines Hilfsprogramm dorthin, Cookie genannt. Die meisten Nutzer tun nichts dagegen, wissen nicht einmal davon – und sobald das Cookie einmal im Computer sitzt, werden Nutzer auf ihrem weiteren Weg regelrecht verfolgt. Denn das kleine Programm protokolliert, wann und wo ein Nutzer in Sichtkontakt mit einer Anzeige kommt, die von DoubleClick ausgeliefert wurde. Wann immer es kann, sendet es diese Informationen an die zentrale Datenbank von DoubleClick, sodass ein ziemlich umfassendes Bild davon entstehen könnte, was die Nutzer eines Computers im Internet treiben.
Vielleicht hätten die Autoren die Begriffe, die sie nicht verstehen, mal in der Wikipedia nachschlagen sollen. Traut man dieser Quelle als Qualitätsjournalist nicht, so hätte man sicher auch den Brockhaus konsultieren oder gleich im RFC 2965 nachlesen können. Zum Glück erlaubt die Zeit ihren Lesern Kommentare, und so wird zumindest dort ein wenig Klarheit geschaffen:
Cookies sind keine Programme, sondern zunächst mal “dumme” Textdateien. Diese werden dann tatsächlich evtl. von Programmen analysiert, wenn man dem Browser gestattet, sämtliche Cookies ewig aufzubewahren. Diese Programme arbeiten aber serverseitig, also bei Double-Click, Google etc.
[via Sascha per E-Mail]






Februar 25th, 2011 at 22:05
Das Gerücht scheint sich auch in der Fachliteratur gut zu halten. Das “Handbuch Marketingcontrolling” schreibt im Abschnitt “Controlling des Internet-Auftritts” (S. 674): “Cookies sind kleine Programme, die …”
Möglicherweise ist “Die Zeit” da gar nicht das erste Element in der Fehlerkette…