Aller Anfang ist schwer
Hier möchte ich mich nochmal auf Roberts Umfrage unter seinen nichtbloggenden Lesern Bezug nehmen, in der er fragte, warum diese kein Blog hätten. Eine häufige Aussage der Kommentatoren war, sie wüssten einfach nicht, worüber sie schreiben sollten. Ich verstehe das so, dass diese Leute vielleicht gerne bloggen würden, wenn sie nur wüssten worüber. Ich glaube, dieses Phänomen ist die Furcht vor dem weissen Papier, die auch bei Romanautoren verbreitet sein soll. Ist der Anfang erst mal gemacht, fällt das Weiterschreiben viel leichter.
Wie also beginnt man? Ich habe mir mal die ersten Posts einiger erfolgreicher deutschsprachigen Blogs angesehen:
Basic Thinking: Was ist RSS
Robert Basic hat auch vorher schon gebloggt, aber dies ist das erste auffindbare Posting in seinem Blog. Auch wenn Basic Thinking ein eher gemischter Natur ist, so sind Netzthemen und technische Dinge dort seit jeher ein Schwerpunkt. Im ersten Beitrag behandelt Robert also die damals noch weniger bekannte RSS-Technologie, die zweifellos zum Erfolg des Mediums Blog beigetragen hat. Ein guter Einstieg, da viele andere Blogger sich schwer damit tun, technische Dinge zu erklären und durch diesen Beitrag die Möglichkeit haben, ihre unwissenden Leser einfach auf Roberts Eintrag zu verweisen. Erstaunlich ist, dass sich scheinbar erst im November 2006, also nach über zwei Jahren, jemand zu einem Kommentar hinreissen konnte. Ich glaube, es gab da mal eine Datenpanne bei Basic Thinking, der wohl auch einige der Kommentare dieses Eintrages zum Opfer gefallen sind.
Spreeblick: Politik pur
Ein Sprung ins kalte Wasser. In einem unspektakulären VIerzeiler konfrontiert uns Johnny Haeusler mit den politischen Ansichten seines Zeitungsmannes. Ein banaler Einstieg, aber der Fluch ist gebrochen, das Blog gestartet. Auch hier eine Eigenart bei den Kommentaren. Laut Blog sollen 35 Leute ihren Senf zu dem Zeitungsjungen abgegeben haben, es ist aber nur ein einziger Leserbeitrag zu sehen, und der ist von 2008.
law blog: Terminplan
Lawblogger Udo Vetter hinterlässt in seinem ersten Post den Eindruck, eines der erfolgreichsten deutschen Blogs sei ursprünglich eher ein Internettagebuch. Auch die folgenden Beiträge aus dem März 2003 haben eher Tagebuchcharakter, werden aber zunehmend detailreicher. Bis heute zählen Postings mit Anekdoten aus dem Anwaltsalltag zum Grundreportoire des bloggenden Anwalts.
Werbeblogger: Pack die Badehose ein
Über eine ungewöhnlichen Werbeaktion von Ikea berichtet der Werbeblogger in seinem Eröffnungsbeitrag. Ganz klar ein themenfokussierter Beitrag, aber unspektakulär, da scheinbar auch der Standard über die Aktion berichtet hat. Aber auch hier: Eis gebrochen, Blog eröffnet. Nicht weniger als sieben Beiträge werden direkt am nächsten Tag in einem Postingmarathon hinterhergeschoben.
Blogging Tom: Ich bin auch ein Blogger…
Mit diesem Titel eröffnete einer der bekanntesten schweizer Blogger im Februar 2005 sein Blog. Auch er war sich damals nicht sicher, ob sich jemand für sein Blog interessieren würde. Inzwischen dürften daran kaum Zweifel bestehen.
Man sieht, viele Wege führen nach Rom, und selbiges wurde auch nicht an einem Tag gebaut. Manche heutige Top Blogs hatten einen ganz bescheidenen Start. Auf keinen Fall sollte man sich jedenfalls von einer leeren Website abschrecken lassen, denn angefangen hat jeder mal.
Ergänzung: Ok, wenn ich schon danach gefragt werde: Auch ich habe mal angefangen. Damals hatte Overture, heute zu Yahoo gehörig, sich gerade die durch Googles Vormachtsstellung geschwächten Suchmaschinen AllTheWeb und Altavista einverleibt, eine Neuigkeit, die ich für erwähnenswert hielt. Suchmaschinen waren von Anfang an ein Schwerpunktthema hier.






Februar 13th, 2008 at 19:05
Thomas, schau mal
http://www.basicthinking.de…
das ist mein erster Blogeintrag;)
Wo ist Deiner, Neugier:)
März 7th, 2008 at 13:05
Und wenn dem Udo gar nichts mehr einfällt, lässt er seine Kollegen für sich schreiben. Beispielsweise Abmahnungen
http://zappi.wordpress.com/…