StudiVZs merkwürdige Strategie
Ein bischen mehr Facebook will man wohl bei StudiVZ wieder werden, das geht aus dem vielzitierten Interview mit CEO Marcus Riecke deutlich hervor. Aber so ganz öffnen möchte man sich dann wohl doch nicht:
Können jetzt alle externen Entwickler für StudiVZ Applikationen entwickeln?
Wir planen, diese Schnittstelle auf Anfrage freizugeben. Wenn ein Entwickler auf uns zukommt, wollen wir vorab prüfen, ob diese Applikation zu unserer Produktstrategie passt.
Es kann durchaus sein, dass wir Applikationen, die wir mit einem externen Entwickler erarbeiten, für uns behalten wollen. Wenn wir eine tolle Idee haben, macht es Sinn, wenn diese Idee in einem anderen Netzwerk nicht funktioniert. Die Applikationen sind ein Weg zur Differenzierung im Wettbewerb. Das Vorgehen hält uns alle Möglichkeiten offen: Wir können Anwendungen komplett allein entwicklen, wir können Anwendungen über die proprietäre Schnittstelle mit einem ausgewählten Entwickler erarbeiten oder wie bieten eine offene Schnittstelle an. Dann sollen alle Entwickler mal programmieren und die beste Anwendung soll sich auf der Plattform durchsetzen. Dieser letzte Punkt war der ursprüngliche Facebook-Weg. Das hat zu einer Vielzahl von Applikationen geführt. Wir sind nicht überzeugt, dass die Nutzer sie alle haben wollen.
Irgendwie schlägt für mich da die Einstellung durch: »Lass die Entwickler mal für lau für uns arbeiten, aber bloss, dass die nicht auf die Idee kommen, bei uns ihr eigenes Ding zu verwirklichen«. Mich als Entwickler schreckt das ab. Da würde ich lieber eine Facebook App schreiben, anstatt die VZler noch anbetteln zu müssen, dass ich eine App für die schreiben darf.
Jojo, der ja inzwischen unter die Facebook-Entwickler gegangen ist, hat das Interview schon kritisiert. Neunetz bringt es meiner Meinung nach in einer umfangreichen Analyse auf den Punkt:
Ja, sie haben noch nicht einmal begriffen, was ihre künftige Rolle ist. (Hint: Infrastrukturanbieter)





