Von grünen Balken und nervösen Webmastern
Ein Riesenaufruhr in der Webmaster- und SEO Szene: Google hat gestern einer ganzen Reihe einschlägig bekannter Linkverkäufer den Penis Pagerankbalken empfindlich gekürzt. Darunter sind so prominente Fälle wie Zeit.de oder Golem. Mit der erste, der darüber berichtet hatte, war wohl Mario, inzwischen ist es fast überall zu lesen und es hat sich eine wahre Panik breit gemacht.
Ich selbst kann mir das ganze Chaos relativ entspannt ansehen, da ich nie in grossem Maßstab mit Links gehandelt habe und weder mein Ego, noch mein Lebensunterhalt vom Pagerankbalken abhängen. »Google giveth, and Google taketh away« könnte man auch argumentieren, denn letztendlich hat ja niemand ein Anrecht auf Pagerank. Solange sich nur, wie es derzeit der Fall zu sein scheint, die Anzeige ändert, nicht aber das Ranking der betroffenen Seiten, könnte man das ganze ohnehin als unproblematisch betrachten. Es wird nur Verdienstausfälle in einem durch den Pagerank erst geschaffenen Marktsegment geben. Allerdings kommt es jetzt netzweit zu Kurzschlussreaktionen, wo blöckeweise Linkstrukturen von panischen Webmastern umgebaut werden. Ich wage zu behaupten, dass niemand vorhersehen kann, wie sich das auf die Rankings und die Qualität der Suchergebnisse auswirken wird. Kollateralschäden werden mit hoher Wahrscheinlichkeit auch Drittseiten betreffen, die mit dem geächteten Linkverkauf gar nichts zu tun haben.
Wer jetzt seine verkauften Links entfernt oder Buchungen bei Linkplattformen storniert sollte jedenfalls tatsächlich mal darüber nachdenken, ob man sich von Google diktieren lassen sollte, was man auf die eigene Website stellt. Was ist, wenn Google auf die Idee kommt, allen Websites mit einem Blog den Pagerank zu kürzen, weil dieser durch die gute Verlinkung in der Blogosphäre überproportional zunimmt? Machen dann alle ihre Blogs dicht?
Es wird sicher interessant, zu beobachten, welche Verschiebungen sich in den nächsten Tagen bei den Suchergebnissen zeigen. Diejenigen, die jetzt die Panikleine ziehen, werden nicht zu den Gewinnern gehören, da bin ich mir relativ sicher. Aber es bleibt auch abzuwarten, was an deren Stelle nach oben gespült wird, und ob Google sich mit der Aktion einen Gefallen getan hat, was die Verbesserung des Search Experience angeht. Sympathien bei den Webmastern hat man sich hier wohl kaum geschaffen.




Oktober 26th, 2007 at 2:35
Das war ja klar dass das kommen musste.Ich finde es nur witzig das Google über Adwords den ganzen Linkkauf bzw.Tauschbörsen auch noch mitstützt.Solange sie aber nur den PR kürzen jedoch die Positionen in den SERPS erhalten bleiben ist´s nicht so tragisch finde ich. Natürlich ist es für jemand mit einer kleinen Seite der sich für 1000€ oder mehr im Jahr ein PR7 gemietet hat und jetzt nur noch ein 4er bekommt schon irgendwie ärgerlich…wenn der 4er aber die Power von einem 7er hat ists auch wieder egal…oder? Mein Fazit:Wenn Google wirklich nur den grünen Balken gestutzt hat, ist das doch eigentlich mehr als fair: Ne gelbe Karte sozusagen…
Oktober 26th, 2007 at 20:43
Der grüne Balken wird sowieso immer weniger wichtig. Vermutlich hatte Google nicht erwartet, dass sich hierum eine ganze Industrie bilden würde… naja, linklift und co können dann wohl gleich wieder dicht machen.
Frage mich allerdings, ob Google sich nicht selbst schadet (wäre nicht die erste Fa. die durch Arroganz und Selbstherrlichkeit an Boden verliert)!?
Oktober 29th, 2007 at 23:05
Selbst schaden, indem sie sich unbeliebter Machen – aufjdenfall.
November 8th, 2007 at 23:52
Ich vermute, da steckt ein Algorithmus dahinte … Wenn eine Site mit hohem PR über viele nicht themenrelevante ausgehende Links verfügt, die auch noch häufig wechseln … das wäre dann ein deutliches Indiz. Gekaufte Links von themenrelevanten Sites sind sicher nicht betroffen.
November 19th, 2007 at 16:16
Der ganze Hype um den PR ist vollkommen überzogen. Scheinbar ist es für viele Leute wichtiger, als Inhalt und Aufbau der Webseite.
grüße
November 25th, 2007 at 21:31
Denke ich auch
das Wesentlich ist dennoch der Inhalt!