Ein Grund, den Firefox zu blockieren? 19


Gerade bin ich durch del.icio.us auf eine Seite mit einem interessanten Statement aufmerksam geworden: Why FireFox is Blocked.
Diese Site beklagt den Umstand, dass Firefox und Mozilla ein Plugin namens Ad Block Plus unterstützen. Dieser Plugin soll sämtliche Werbeeinblendungen unterbinden, und schade auf diese Art Website Betreibern, die ihre Site über Werbung finanzieren. Da Ad Block Plus keine Möglichkeit zur Verfügung stellt, Benutzer mit diesem Plugin von der Website auszusperren, halten die Betreiber der Site den Ausschluss sämtlicher Firefox Nutzer für die einzig sinnvolle Lösung. Webmastern werden mehere Scriptschnippsel bereit gestellt, mit denen sich Firefox Nutzer auf whyfirefoxisblocked.com umleiten lassen.

Als jemand, der seine Websites selbst über Werbung finanziert, habe ich die Nutzung von Werbeblockern auch seit jeher als unsozial empfunden. Letztendlich kostet das Betreiben einer Website viel Zeit, Arbeit und Geld. Dass der Besucher hierfür ein wenig Werbung ertragen muss, ist wohl nur gerecht.

Die Nutzung der Scripts von whyfirefoxisblocked.com betrachte ich dennoch als sehr problematisch. Davon ab, dass ich bekennender Firefox-Fan bin, betrachte ich jeden Besucher meiner Sites als wertvoll.

Demographics have shown that not only are FireFox users a somewhat small percentage of the internet, they actually are even smaller in terms of online spending, therefore blocking FireFox seems to have only minimal financial drawbacks

Das ist meiner Meinung nach sehr kurzsichtig. Abgesehen von der fragwürdigen Behauptung, dass die Firefox Nutzer einen geringen Prozentsatz der Internetnutzer ausmachen (über 30 Prozent in Deutschland), muss ein Besucher nicht zwangsweise etwas kaufen, um für mich als Webmaster wertvoll zu sein. Ein Blogger der meine Sites in seinem Blog erwähnt, ein Besucher, der gehaltvolle Kommentare verfasst, mich in seinen Feedreader aufnimmt oder ein neues Mitglied in einer Community wird: Langfristig gesehen sind alle diese viel wichtiger als jemand, der ein Banner klickt oder bei einem Affiliate Partner kauft. Gerade unter den internetaffinen Nutzern dürfte der Firefox einen hohen Anteil haben – ich würde den Teufel tun und solche Besucher auf eine fremde Site umleiten.


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19 Gedanken zu “Ein Grund, den Firefox zu blockieren?

  • KMW

    Ich habe auf der Seite whyfirefoxisblocked.com mal etwas herumgeklickt. Über “The Firefox Cult” kommst Du zu populartechnology.net. Dort gibt’s dann den “Hot Link” zu The Anti “Man-Made” Global Warming Resource, wo “aufgedeckt” wird, dass das Gerede von der globalen Klimaerwärmung ein großer Schwindel ist. Da rollen sich einem dann endgültig die Zehennägel auf.

  • Micha

    Ich denke, die größeren Probleme bereiten die Internet Security Suiten, die meist schon mit voreingestellten Werbeblockern daherkommen. Aussperren ist für mich keine Lösung, da ich in erster Linie gelesen werden möchte und nicht die Werbung im Vordergrund steht.

  • tobe

    pf… iss ja mal ein unding.

    um das ganze mal auf eine andere situation zu übertragen: man stelle sich vor, die deutsche bahn würde allen autofahrern das reisen mit zügen verbieten, mit der begründung dass schwarzfahrer überwiegend autofahrer sind.

    aber gut, hier steht geschrieben wie man die seiten mit firefox dank user agent spoofing trotzdem aufrufen kann 😉
    http://www.rubyrobot.org/ar

  • Stefan

    Würde die Werbung nicht überhand nehmen, dann würde auch ich ohne Werbeblocker surfen. Aber geh‘ mal einer z.b. auf telefonbuch.de ohne Werbeblocker …

    Unaufdringliche GoogleAds finde ich zum Beispiel eine gelungene Werbung und hier klicke ich, sofern es mich interessiert, auch mal drauf.

  • Anonym

    Die Werbeindustrie hat es sich (und den Webmastern!) allerdings zu großen Teilen selber kaputt gemacht und die Sache in eine Aufrüstungsspirale gedrückt.
    Neben immer aufdringlicherer Werbung macht es mir auf der anderen Seite Sorgen, dass große Ad-Server wie z.B. Google im Prinzip meinen halben Weg durchs Netz so aufzeichnen und nachvollziehen können. (Und teilweise tun sie es ja sogar, Google ja auch seit kurzem)

    Ab mittelgroßen Seiten habe ich auch Verständnis, dass der Betreiber nicht auf den Kosten sitzen bleiben möchte. Leider sind die meisten ja von den Ad-Anbietern mehr oder weniger abhängig – selber Werbung an Land ziehen funktioniert in den wenigsten Fällen. :-/

    Darum blocke ich Werbung in meinem Hauptbrowser, aber ab und zu bin ich mit einem anderen Browser unterwegs bin, dann klicke ich bei netten Seiten auch mal gerne auf (mehr oder weniger) dezente Werbung.

  • Daniel W.

    Na dann müsste man ja auch Opera aussperren. Der bringt Werbeblocker schon von Haus mit, sogar stinknormale Werbebanner lassen sich einfach ausblenden.

    Ach und hat der IE nicht auch inzwischen so einen Blocker?

  • Mel

    Ich gehe mal davon aus, daß dir niemand eine Pistole an den Kopf hält und dich zwingt, eine Website am Start zu haben. Von daher finde ich die Aussage, deine Besucher könnten als Entschädigung für deinen Aufwand ruhig ein wenig Werbung ertragen ziemlich daneben.

    Wenn dir der Aufwand zu viel oder zu teuer ist, nimm deine Website vom Netz.

  • Webmaster Beitragsautor

    @Mel: Merkwürdige Argumentation. Nach dieser Logik müsste mein Bäcker seinen Laden auch dicht machen, weil es ihm zu aufwändig und zu teuer ist, alle Brötchen zu verschenken. Es zwingt ihn ja keiner dazu, eine Bäckerei zu betreiben.

  • IntelligenterWerbeBlocker

    Erinnert mich ein bißchen an die Diskussion vor ein paar Jahren als der WebWasher noch neu war, damals das erste richtige kostenfreie Tool zum Blockieren von Werbung.
    Ich glaube das Problem ist, dass sich viele Nutzer nicht bewusst sind, wem sie wie schaden. Blockiert man z.B. nur die größten Anbieter (wie z.B. DoubleClick), schadet man den “kleinen” Sites nicht, die z.B. AdSense einsetzen.
    Nur herrscht hier glaube ich auch auf Nutzerseite ein Irrglauben vor, dass die meisten Websites hohe Werbeumsätze haben. Auf die großen trifft dies zu, aber auf die kleinen sicher nicht.
    Unsozial und dumm ist es auf jeden Fall. Die Nutzer sind kaum bereit, für Inhalte zu zahlen, wollen alles kostenlos, aber sind nicht bereit, Werbung zu akzeptieren. Dass wir in einer kapitalistischen Demokratie leben und nicht jede Website von einer VEB Internet erstellt wird, versteht wohl kaum einer!

  • Hardy

    Gegen die Aussperrung über HTTP_USER_AGENT hilft die Firefox-Erweiterung “User Agent Switcher”. Mag sein, dass über das Blockieren von Werbung eine moralische Diskussion interessant ist. Aus technischer Sicht ist der Aussperrungsversuch ein Witz.

  • Manuel

    Was für ein Quatsch! Ich benutze selbst ABP, habe das Plugin “scharf”, wenn ich Seiten besuche, die ich nicht kenne. Warum?

    Weil ich keine Lust auf hochpoppende Banner habe, darum. Auf Seiten, die ich kenne habe ich meist ABP nicht aktiv, bzw. diese Seiten “gewhitelisted”.

    Auf der anderen Seite verstehe ich Webseitenbetreiber, die keine Lust auf Blocker haben. Aber – was gewinnt man denn damit, dass man die Leute aussperrt? Die hätten doch sowieso nicht auf die Werbung geklickt ;-))

  • Banger

    Als jemand, der seine Websites selbst über Werbung finanziert, habe ich die Nutzung von Werbeblockern auch seit jeher als unsozial empfunden. Letztendlich kostet das Betreiben einer Website viel Zeit, Arbeit und Geld. Dass der Besucher hierfür ein wenig Werbung ertragen muss, ist wohl nur gerecht.

    Prinzipiell bin ich mit Ihnen einer Meinung, nur das Attribut “unsozial” halte ich für vermessen. Letztendlich waren und sind es unsoziale Webmastern, die ihren Besuchern contentverdeckende LayerAds und dergleichen zumuten; der Einsatz von Werbeblockern ist demnach nur eine logische Reaktion auf die Werbeflut.

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man mit durchdacht platzierter Werbung sowohl sein Einkommen haben kann als auch die Besucher nicht verschreckt.

  • Jan

    Leider hat auch die Werbung in den letzten Jahren dermaßen Zugenommen, das Plugins – Zwecks Werbeblocken – sich vermutlich immer weiter verbreiten werden. Schuld ist meiner Meinung nach der Webmaster selber.

    Layer, Popups oder übermäßig viele Banner, animieren den normalen Surfer dazu, sich ein solches Plugin zuzulegen.

  • Christopher

    So wie ich das sehe ist die Seite ein Fake eines Vertreters eines Konkurrenzproduktes.

    Denn mal ehrlich: Der kann das doch gar nicht ernst meinen.
    Es sind mindestens 80% seiner Behauptungen entweder nicht objektiv oder schlicht und einfach unvollständig.

    Der Betreiber schlägt vor, man solle alle Firefox-Nutzer aussperren (und nicht nur die bösen mit dem superbösen AdBlock Plus). Sehr clever.
    Und was ist mit den Standard-IE-Nutzern mit etwa Norton Internet Security?
    Die erfasst er ja damit gar nicht!
    Oh Schreck.

  • Andreas

    Ich gebe zu, auch Adblock Plus installiert zu haben, der Grund, warum ich das gemacht habe, wurde bereits von mehreren vor mir hier erläutert. Viele Webseiten, sogar solche wie Spiegel Online, setzen oft so stark aufdringende Werbung ein, dass ich es einfach nicht mehr vertragen kann.

  • Don Canaille

    Der Seitenbetreiber scheint ein Anhänger skurriler Verschwörungstheorien (“Firefox-Cult”) zu sein, der etwas sehr komisch denkt. Eine riesige Gruppe Nutzer auszusperren, nur weil sie die Möglichkeit haben, seine Werbung auszublenden. Jeder Nutzer, der meine Seite besucht, ist doch ein Gewinn. Er sieht zwar die Werbung nicht, aber vielleicht erzählt er seinen Freunden von der Seite und die sehen sie. Wenn er seine Seite nur und ausschließlich der Werbung wegen betreibt, sagt das schon etwas über die Qualität derselben aus. Wenn dem allerdings nicht so ist, dann sollte er sich über jeden Surfer freuen, der seine Seite besucht.
    Im Übrigen hat er mit der Behauptung Tools wie AdBlockPlus würden dem Website-Betreiber schaden Unrecht. Sie schaden ihm nicht. Sie nützen ihm nur nicht. Ein Nutzer, der meine Seite besucht, aber die Werbung nicht sieht, fügt mir keinerlei Schaden zu, er nützt mir nur nicht in dem Maße, wie es einer tut, der die Werbung sieht (und doch nützt er mir noch ein wenig). Meiner Meinung nach ist genau dieses Denken asozial: “Nur wer mir von persönlichem Nutzen ist, darf meine Seite besuchen.” Was habe ich davon? Richtig: Nichts!
    Im Ganzen finde ich diese Aktion ausgesprochen kurios und lächerlich.
    Abschließend noch ein paar Worte zu Tools wie Ad Block Plus:
    Ich selber nutze so etwas nicht und zwar aus dem Grund, das mich, wenn ich eine Website besuche leere Flächen, wo vorher Banner waren usw., mehr stören, als Werbebanner. Es ist ja nicht so, dass Werbung mein Auge verletzt und ich sie deswegen nicht sehen kann. Außerdem kann man auch über Werbung manchmal auf recht interessante Dinge aufmerksam gemacht werden.

  • regelbrecher

    Ich stimme Thomas Frütel zu.
    Ich hasse auch Layer-Ads und dergleichen. Das reguliert sich aber von selbst. Viele klicken dann einfach auf “zurück”.
    Und nicht lohnenswerte Werbemethoden werden über kurz oder lang durch andere ersetzt.
    In den kommenden Zeiten werden vor allem Inhalte ein plus bekommen in den Suchmaschinen. Dass bei den guten eine “dezente” Werbung auf der Seite ist. Das darf schon sein. Vor allem in der Hinsicht, dass einem diese sogar weiterhelfen kann.
    Würde es gefallen, wenn man beispielsweise bei dieser Seite mit nofollow verlinkt würde falls man mit einem Werbeblocker “eintrifft”?
    Ich denke nicht.

  • jakob

    Bin der betreiber einer großen Community mit über 100.000 Mitgliedern. Die Community war mal zu 100% Werbefinanziert.
    Die Werbung war schon immer schlicht und auf einen Block beschränkt.
    Ich habe deshalb Anfang 2006 die Seite kostenpflichtig gemacht und bin nach wie vor gut im Geschäft. Ich verdiene sogar noch um ein vielfaches mehr, wenn nur der kleinste Teil bezahlt. Die meisten Teilnehmer würden es natürlich lieber kostenlos haben wollen. Aber wer bezahlt mir dann die 3500 Euros für Standleitung, Büro, Wohnung, Auto, Krankenversicherung, andere Versicherungen, Stromrechnung, usw.
    Solche AdBlocker treffen leider immer auch “unschuldige Betreiber”.