Interessante Google Experimente 11


Bei 1st Search Engine Rankings sind zwei interessante Experimente veröffentlich worden. Beim ersten wurde untersucht, ob und welchen Einfluss es auf das Ranking hat, wenn regelmässig auf ein bestimmtest Suchergebnis geklickt wird. Die Ergebnisse:

  • Bei der Suche nach dem eigenen Firmennamen wird man naturgemäss alleine deswegen in den Rankings steigen, weil man genau das Ergebnis ist, das der Suchende haben will, und dieses fast immer geklickt wird
  • Für ein mittelmässig umkämpftes Keyword konnten 100 Tester, die regelmässig auf ein bestimmtes Ergebnis klickten, keine Änderung in den Serps bewirken. Vermutlich gab es viel zu viele »echte« User, die andere Ergebnisse anklickten, so dass die 100 Testpersonen nicht ins Gewicht fielen
  • Wenn die Mehrzahl aller Klicks auf ein bestimmtes Ergebnis in den Serps erfolgt, ist dies vermutlich Anlass für Google, das Ranking dieses Ergebnisses zu erhöhen
  • Inder einzustellen, um durch Klicken die eigene Position zu verbessern, lohnt sich vermutlich nicht

Im zweiten Test wurde der Einfluss der Bounce Rate auf die Platzierung einer Website untersucht. Die Ergebnisse sind vielversprechend:

  • Es gibt tatsächlich einen Google Bounce Faktor. Wenn zu viele Suchende direkt nach dem Aufruf der Seite zu Google zurückkehren (Bounce), wirkt sich dies negativ auf das Ranking aus
  • Indem man die Bounce Rate vermindert, indem man dem Besucher das liefert, wonach er sucht, kann man seine Rankings sehr positiv beeinflussen
  • Die zeitliche Länge eines Besuchs scheint keinen Einfluss auf das Ranking zu haben, zumindest konnte dies nicht experimentell belegt werden
  • Google nutzt tatsächlich Analytics Daten, um das Ranking zu verändern. Durch die Nutzung von Analytics kann man das eigene Ranking positiv, aber auch negativ beeinflussen
  • Sowohl die Gesamtbouncerate einer Site, als auch die Bounce Rate für ein einzelnes Keyword spielen eine Rolle

Ein Blick in meinen Analytics Account verrät mir, dass ich auf dem Webmaster Blog eine Bounce Rate von über 80 Prozent habe. Das ist ziemlich viel, und sollten die Ergebnisse dieser Untersuchung zutreffen, dürfte sich das sehr negativ auf meine Rankings auswerten. Ich werde versuchen, Möglichkeiten zu finden, dies zu ändern. Ohnehin liegt es natürlich im Interesse eines jeden Webmasters, die Besucher, die von Google kommen, nicht direkt wieder zu verlieren.


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11 Gedanken zu “Interessante Google Experimente

  • vaettr

    “Ohnehin liegt es natürlich im Interesse eines jeden Webmasters, die Besucher, die von Google kommen, nicht direkt wieder zu verlieren.”
    – eigentlich sollte es doch im Interesse sein die gesuchten Informationen zu liefern. und wenn dies bereits auf der ersten Seite geschieht um so besser. Da traut sich G**gle offensichtlich selbst nicht ganz zu die richtige Antwort zu liefern – ist natürlich aber auch eine Sache der Suche: Faktensuche vs thematische Suche

  • Rainer

    Wenn ich mir den Google Suchergebnis-Seitencode ansehe, so sind die Suchergebnislinks ganz einfach href links, ohne jedes onClick oder ähnliches dahinter.
    Wie also sollte Google überhaupt die Clickrate der Suchergebnisse zählen? Doch höchstens Stichprobenartig via Analytics oder Toolbar-Users.

  • Andre

    @ thomas … Webverzeichnisse und Webkataloge müssten demzufolge eine recht hohe Bounce ( @ tobe … Absprungrate) haben.

    Ich find den Ansatz von vattr recht interessant, welchen Automatismus es geben soll, der entscheidet was ich für Nützlich und was für nicht Nützlich befunden habe.

    Bsp. Ich suche nach einem Google Experiment, finde deinen Beitrag in 2 Tagen definitiv in den Top 20 Ergebnissen wieder 😉 und bin durch diesen den Hinweis auf zur Seite 1stsearch…com gelangt (wir stellen uns mal vor das Du das nicht verlinkt hättest) Damit war für mich deine Seite nützlich, da ich von Dir über das Expiremt informiert wurde, nutze aber Google weiter um an die 1stsearch… Seite zu gelangen. Wäre doch fatal Dich dafür jetzt mit -Bounce im Ranking zu belegen oder?

  • Webmaster Beitragsautor

    @Andre: Ich finde das ein sehr gutes Beispiel, denn genau das von Dir erdachte Nicht-Verlinken des originalen Artikels würde mein Posting schlechter und weniger nützlich machen, als es jetzt ist. Natürlich darf sich ein einzelner Bounce oder auch eine einzlne Seite einer grossen Website nicht negativ auf das Gesamtranking auswirken. Aber wenn Besucher ständig von der besuchten Site zu Google zurück kommen, so KANN das ein Indiz sein, dass sie nicht gefunden haben, wonach sie suchten.

  • Igor

    interessant alles, auch das mit dem Bounce.
    ich überlege nur welchen einfluss es hat für die user die google als startseite im browser haben. diese user sind doch sehr häufig am tag wieder auf google und müssten dann viele zuvor gesichteten seiten negativ beeinflussen.
    denke ich!

    igor

  • Andre

    @ Igor … ich würde behaupten, das hier nur dann negative oder positive Einflüsse aufs Ranking entstehen, wenn Google Analytics parallel dazu im Einsatz ist, ebenso wie Rainer finde ich korrekt angemerkt hat, das auch die Daten der Toolbar sein seiniges dazu beitragen. Google hat es da ja auch recht einfach. Bsp.

    Wenn 10 User aus 10 unterschiedlichen Ländern, eine Seite über die Toolbar “Negativ” bewerten, DANN und ERST DANN, bewirkt das auch was im Ranking.

    @ Thomas … ich denke mal, das es hier noch die interne Google-Kategorisierung mit zum tragen kommt, welche bestimmte Bounce-Werte als Wert in der Spalte hinterstehen haben und sollten da Abweichungen zu Normal sein, dann wieder merkbarer Veränderungen in den Serps.

    Bsp. Google nimmt sich 10 Smilie Seiten. Bei 8 Seiten ist der Bounce bei 8 Prozent, bei einem bei 4 Prozennt und beim letzten bei 80% – dann kann man davon ausgehen, das der letzte jemand ist, der nicht das bietet was man sucht, da ich Normwerte habe, was normal ist ^^ Nur ne Theorie, aber wenn man das wen erklären müsste zu coden, muss man ja irgendwelche Faktoren haben, die es dabei zu berücksichtigen gilt.

    Interessant finde ich hier auch, wie das bei Seiten ist, welche unterschiedliche Thematiken auf der Seite beinhalten, wo die Theorie von mir nicht aufgehen würde.

  • Nicio

    Sehr interessanter Artikel, hätte ich echt nicht gedacht.
    Na dann optimier ich meine Startseite wohl auch noch ein bisschen besser mit Inhalt 😉

    Danke für den lehrreichen Artikel!

  • Gabi

    Die Bounce Rate zu berücksichtigen, dürfte allerdings reichlich heikel sein.
    Gerade bei besonders wichtigen Themen, beispielsweise Behandlungsmöglichkeiten und Prognosen von Krankheiten, muss man normalerweise immer auf mehreren Seiten die Meinungen einholen, um den Inhalt zu verifizieren, und kehrt somit vom ersten Suchergebnis, das durchaus die hilfreichste Information enthalten kann, direkt zu Google zurück.
    Wie dort festgestellt werden kann, ob ich aus diesem Grund sofort zurückgekommen bin, oder weil ich lediglich auf einer Made-for-Adsense Seite eines Tricksers gelandet war, ist mir ein Rätsel.
    Schade, dass es neben den Suchergebnissen noch nicht so etwas wie “Rate this post” in Google Groups gibt.

  • Stefan

    @Rainer: Ich habe auch schonmal gesehen, daß die Google-Suchergebnisse nicht direkt verlinkt wurden, sondern über ein Weiterleitungs-Script. Das war aber zum Glück nur kurzzeitig der Fall. Ansonsten habe ich bisher noch nicht die JavaScripts untersucht, die Google in seine Ergebnisseiten einbaut. Dort wimmelt es jedenfalls nur so von „OnClick“-Methoden… Man müßte mal einen „HTML-/JavaScript-Beautifier“ über den Sourcecode drüberjagen, damit der Seitenquelltext lesbar wird…