SEO 2.0 – Suchmaschinenoptimierung mit Zukunft
Suchmaschinenoptimierung besteht zur Zeit, neben dem Aufbau einer gut maschinell erfassbaren Website, vor allem aus dem Sammeln von Links. Auch wenn es nicht mehr primär um den Pagerank geht, so ist die externe Verlinkung einer Site immer noch das Rankingkriterium Nummer eins. Das war so, seit Google 1998 die Bildfläche betreten hat, und es wird wohl auch noch eine Weile so bleiben, wenngleich im Moment eine Veränderung dahingehend stattfindet, dass nicht mehr die Quantität der Links, sondern vor allem die Qualität und der Trust der verlinkenden Site entscheidend sind.
Betrachtet man die jüngeren Entwicklungen bei den grossen Suchmaschinenbetreibern, so kann man erahnen, dass noch ein weiteres Rankingkriterium immer mehr an Bedeutung gewinnen wird: Das tatsächliche Verhalten der Suchmaschinennutzer auf den Websites. Aggresive Werbung für Toolbars, Bookmarking Dienste, Auswertung von Clicks in den Serps, Google Analytics, Google Web Accelerator – all diese liefern den Suchmaschinen Daten darüber, für welche Suchtreffer sich die Benutzer entscheiden, wie intensiv sie eine gefundene Site benutzen und ob sie ihnen gefällt. Und welches bessere Kriterium als die Zufriedenheit des Suchenden mit den Ergebnissen könnte über zukünftige Rankings entscheiden? Viele SEO Experten gehen davon aus, dass solche Nutzerdaten schon jetzt in Teilen die Platzierung beeinflussen. Mit zunehmender Rechenpower der Suchmaschinen werden derartige Informationen mit Sicherheit noch stärker in die Bewertung einfliessen. Was also kann ein Webmaster tun, um seine Site auch in Zukunft gut dastehen zu lassen?
Toolbar Benutzer
Die Benutzer von Suchmaschinen Toolbars werden vermutlich besser erfasst als andere Besucher. Gelingt es, überdurchschnittlich viele Toolbarnutzer auf die Site zu bringen, könnte dies bei den Suchmaschinen den Eindruck grosser Popularität erwecken, was diese als hochwertige Inhalte werten werden.
So schreibe ich beispielsweise das ungewöhnlich gute Alexa Ranking dieser Site der Tatsache zu, dass ich mit meiner Seite über Browser Toolbars eine sehr gute Google Position bei der Phrase Alexa Toolbar belege. Das dürfte überdurchschnittlich viele Alexa User auf die Seite bringen, wodurch für Alexa der Eindruck entsteht, die Webmaster Homepage würde enorm hoch frequentiert.
Ein anderer Ansatz, mehr Toolbar Nutzer zu bekommen, wäre Stammnutzer seiner Site zu motivieren, die Toolbars der Suchmaschinen zu installieren. Google bietet via Adsense gar eine Vergütung an, wenn man Nutzer für den Firefox mit Google Toolbar gewinnt. Ein guter Deal würde ich sagen.
Bookmarking Sites
Besucht ein User nachdem er eine Website gefunden hat eine Bookmarking Site, so kann man davon ausgehen, dass ihm die Site gefallen hat, und er vermutlich das gefunden hat, wonach er suchte. Bekommt die Suchmaschine dieses mit, so täte sie gut daran, diese Site bei zukünftigen Suchen bevorzugt zu behandeln. Hier könnte man dem Nutzer als Webmaster entgegenkommen, und diesen daran erinnern, ein Bookmark zu setzen. Schon seit längerem habe ich im Fussbereich meiner Blogposts Links, um den Beitrag bei del.icio.us oder Mister Wong zu bookmarken. Neben den potenziell positiven Auswirkung auf die Suchmaschinenplatzierung liefern solche Bookmarks auch direkten Traffic, so dass man auch hier zwei Fliegen mit einer Klappe erschlägt. Ein weiterer Bonus: Besucher, die einen Bookmark setzen, kommen tendenziell eher wieder. Auch wiederkehrende Besucher dürften als Kriterium für hochwertige Inhalte gezählt werden.
Pageviews
Betrachten wir zwei Besucher. Beide kommen über eine Suchmaschine auf eine Website, bleiben dort 5 Minuten, und kehren dann zur Suchmaschine zurück. Besucher A bleibt die ganze Zeit über auf der gleichen Seite der Site, während Benutzer B sich drei verschiedene Unterseiten ansieht. Welcher Benutzer fand die Site wohl interessanter? Ich würde auf Benutzer B tippen, da dieser sich in den 5 Minuten erkennbar mit der Website auseinandergesetzt hat. Vielleicht war Benutzer A zwischenzeitlich auf der Toilette oder hat seine Mails gechecked? Pageviews könnten also auch als Kriterium für interessante Inhalte gewertet werden. Doch wie kann man, bei gleichbleibendem Traffic, die Anzahl seiner Pageviews erhöhen? Denkbar wäre es, längere Artikel auf mehrere Seiten aufzuteilen. Dies hat noch den positiven Nebeneffekt, dass die Site dadurch umfangreicher für die Suchmaschine erscheint. Google ist bekannt dafür, Websites mit vielen Unterseiten eher als Autorität zu betrachten. Allerdings sollte man diese Massnahme nicht übertreiben, da es den Nutzern lästig werden könnte, wenn diese sich alle drei Sätze weiterklicken müssen. Hier gilt es, das richtige Mass zu finden.
Auch, und das wage ich kaum anzusprechen, Popup-Fenster könnten geeignet sein, die Zahl der Pageviews in die Höhe zu bringen. Ich selbst würde von dieser Technik im Sinne der Benutzerzufriedenheit keinen Gebrauch machen, aber wer auf zufriedene Besucher keinen Wert legt, könnte mit dieser Technik vielleicht ein Quäntchen Rankingpower herausholen.
Eine empfehlenswertere und zugleich angenehmere Möglichkeit, die Pageviews zu erhöhen ist es, den Nutzer zu motivieren, die Site weiter zu erforschen. In einem Blog könnten dies beispielsweise Links zu verwandten Beiträgen sein, die automatisch oder auch manuell in die Posts integriert werden.






September 20th, 2006 at 10:12
Hi und wie in allen anderen Bereichen werden mit Sicherheit auch da wieder Lösungen gefunden um das Nutzerverhalten Google vorzugaugeln.
Und solange nur eine kleine Anzahl an Usern überhaupt eine Toolbar oder ähnliches verwendet kann daraus ja auch keine Schlüsse gezogen werden, genau auch bei Bookmarking Site, warum nicht einfach die Seite bei Favoriten ablegen?
Bookmarking Site sind auch sehr leicht beinflussbar.
Februar 9th, 2007 at 16:20
Ich muss Jens recht geben.
Man kann jeden Algorithmus analysieren und entsprechende gegenmaßnahmen treffen. Solange dahinter soviel “Geld” steckt wird es immer weiter jemand machen.