Sigmar Gabriel lässt Wiki-Betreiber abmahnen
Es gibt Politiker die verstehen das Internet, und es gibt solche, denen einfach der Durchblick fehlt. Bundesumweltminister Sigmar Gabriel scheint zur zweiten Gruppe zu gehören: Marcel Bartels, der sich bei mir über sein fehlerhaftes Horoskop beklagt, wurde von Herrn Gabriels Rechtsanwältin abgemahnt, weil jemand ein Bild von Sigmar Gabriel mit dem Untertitel »Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz« in das von Marcel betriebene Parteibuch Wiki gestellt hat. Letzterer soll sich bei 20.000 Euro Vertragsstrafe dazu verpflichten, sicherzustellen, dass niemand mehr ein Bild von Sigmar Gabriel mit dieser Bildunterschrift in das Wiki einstellt. Zu recht fragt er, ob sein Wiki wohl unter die umstrittene gesetzlichen Regelung zur Forenhaftung fällt. Und wie bloss soll man in einem Wiki sicherstellen, dass niemand »Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz« unter das Bild von Sigmar Gabriel schreibt?






August 29th, 2006 at 13:33
Manueller Trackback
http://www.oldblog.de/?p=237
Jeder sei ein kleiner Provokateur.
September 17th, 2006 at 21:02
Beleidigte Leberwürste sollten sich nicht für den Beruf des Politikers entscheiden. Und wenn sie es doch getan haben, sollte man sie darauf aufmerksam machen, dass sie den falschen Beruf gewählt haben.
Womit ich nicht sagen will, dass Sigmar Gabriel eine beleidigte Leberwurst ist. Wahrscheinlich weiß er ja gar nicht, was seine Anwählte in seinem Namen anrichten, genausowenig wie er wusste, was bei VW vorging.
Die Bildunterschrift „Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz“ ist angesichts des VW-Skandals ein durchaus passender Witz, indem er die angebliche oder tatsächliche Ahnungslosigkeit von Herrn Gabriel gut parodiert: Der Satz könnte doch von jemandem stammen, dem etwas entgangen ist.
Ich weiß nicht, ob Herr Gabriel das versteht, aber ich bin sicher, dass seine ehemaligen Wähler das sehr gut verstehen.
Das zugehörige Bild kann ich nicht beurteilen, weil ich es nicht gesehen habe.
Dass Herr Gabriel mit Anwälten reagiert, zeigt seine Humorlosigkeit. Und von humorlosen Politikern, die dem Volk das Maul verbieten, halte ich überhaupt nichts. Ich hoffe, dass sich für Herrn Gabriel ein besserer Nachfolger finden wird.
Ich wünsche mir, dass Herr Gabriel von allen Posten zurücktritt und ich würde mich freuen, wenn das Land Niedersachsen endlich seine VW-Anteile verkaufen würde.
Wie wir auch in Berlin schmerzhaft erleben mussten, gehen Politik und Wirtschaft überhaupt nicht gut zusammen. Und die schlimmste Misswirtschaft herrscht in privaten Unternehmen, die ganz oder teilweise dem Staat gehören (womit ich nicht VW meine). Diese geraten den Parlamenten leicht aus den Augen und sind dann unfähigen Politikern (womit ich nicht Herrn Gabriel meine) und deren Freunden ausgeliefert: Keiner führt ordentlich aufsicht, geschweige denn, dass sich jemand verantwortlich fühlen würde oder später zur Verantwortung gezogen werden könnte. Sicher ist nur, dass wir Steuerzahler am Ende für die Misere aufkommen müssen.
Also Tschüss Herr Gabriel!
November 6th, 2006 at 16:42
Sehr geehrter Herr Bundesumweltminister Gabriel,
bitte ziehen Sie Ihre Abmahnung und Ihre Klage gegen Herrn Marcel Bartels zurück.
Die Bildunterschrift “Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz” unter Ihrem Foto mag schmerzhaft für Sie sein, angesichts Ihres langjährigen politischen Engagements und der Einschränkungen, die damit verbunden sind, dass Sie in der Öffentlichkeit stehen.
Ich muss aber sagen dass ich als Bürger über diesen Satz herzhaft gelacht habe. Ich empfand diesen Satz unter Ihrem Foto angesichts des VW-Skandals und Ihrer früheren Ämter als niedersächsischer Ministerpräsident und VW-Aufsichtsrat als durchaus gelungene Satire, die Ihre angebliche oder tatsächliche Ahnungslosigkeit gut parodiert.
Ich weiß nicht, ob Sie diesen Witz verstehen, aber ich bin sicher, dass Ihre ehemaligen Wähler ihn sehr gut verstehen.
Wie wir auch in Berlin schmerzhaft erleben mussten, gehen Politik und Wirtschaft überhaupt nicht gut zusammen. Politiker sind damit überfordert, Wirtschaftsunternehmen zu leiten, womöglich noch neben Ihren anderen Ämtern, zumal die parlamentarische Kontrolle meistens sehr lückenhaft ist. Umso bedauerlicher ist es, dass es das Land Niedersachsen immer noch nicht geschafft hat, sich von seinen VW-Anteilen zu trennen.
Inwieweit sie tatsächlich in den VW-Skandal verwickelt sind, kann und will ich gar nicht beurteilen und ich hätte den Witz sicher schnell wieder vergessen, wenn Sie nicht gegen Herrn Bartels juristisch vorgegangen wären.
Möglicherweise sind ja Ihre Mitarbeiter und Anwälte aktiv geworden, ohne dass Sie selbst im Detail informiert waren. Für den Fall, dass Sie das satirisch ergänzte Foto selbst gar nicht kennen, nachdem Herr Bartels es unverzüglich von seiner Website gelöscht hatte, hier ein Link zu einer anderen Seite wo es noch steht: [Link zu dem Bild “Ich will auch zu den Nutten, Herr Hartz!” im Baseblog aus juristischen Gründen von der Website entfernt]
Als Bürger eines demokratischen Landes kann und will ich nicht hinnehmen, dass Sie versuchen, eine gelungene Satire und damit die Kunst und die Meinungsfreiheit durch juristisches Mobbing zu unterdrücken. Ich möchte Sie deshalb auffordern Ihre Abmahnung und Ihre Klage gegen Herrn Marcel Bartels unverzüglich zurückzuziehen.
Andernfalls werde ich Sie nachhaltig und öffentlich dazu auffordern, von allen Ihren politischen Ämtern zurückzutreten, weil Ihr Verhalten nicht eines demokratischen Volksvertreters würdig ist.
Das Volk lässt sich nicht das Maul verbieten!
Januar 6th, 2012 at 22:37
Es ist ja wohl absolut unmöglich eimem von der SPD ans Bein pinkeln zu wollen. Für soetwas sind die von der Union besser geeignet