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SEO Campixx 2010 Aufarbeitung

Dieses Wochenende war es wieder so weit. In einem einsamen Hotel am Rande Berlins, fernab jeglicher Zivilisation, sollte das Event stattfinden, dass bereits ein Jahr nach der Erstaufführung als wichtigste Veranstaltung der deutschen SEO-Szene gehandelt wird: Die SEO Campixx. Was soll man sagen – es war ein fantastisches Event!

campixxLeider hatte ich dieses Jahr zu lange mit der Hotelbuchung gewartet, so dass ich nicht mehr im »Hotel am Müggelsee« unterkam, und mich im mehr oder weniger nahe gelegene Penta-Hotel einbuchen musste. Der Weg zwischen den Hotels gestaltete sich mit Bus und Bahn schon ziemlich anstrengend, und als ich am Freitag Abend auf dem Rückweg zum Penta Hotel meine GPS Position kontrollieren wollte, kam es zu einem üblen Unfall mit meinem iPhone, der leider das Glas des Gerätes zerstörte – wie es Aussieht ein Reparaturfall für den 3Gstore. Trotz dieses für mich sehr ärgerlichen Zwischenfalls war bereits der erste Abend ein angenehmer Auftakt mit interessanten Gesprächen unter Kollegen. Auch das neue Campixx-Shirt konnte man bereits in Empfang nehmen. Gegenüber dem Vorjahresmodell haben sich die Shirts nur minimal verändert, was aber zweifellos in Ordnung ist, denn das Design ist hervoragend und hat sich bewährt.

Am Samstag konnte ich hier einige sehr gute Sessions hören, insbesondere der Vortrag zur Contentgenerierung von Fantomaster hat mich schwer beeindruckt. Nach dem obligatorischen Abendessen vom Hühnergrill ging es dann in ein erstklassiges Abendprogramm. Nachdem der Chili Contest und die vermutlich erste reine SEO-Band die Teilnehmer angeheizt hatten, konnten die »United Four« hier mal richtig abrocken – beeindruckend vor allem dann wenn man erlebt hat, wie zurückhaltend das gleiche Publikum letztes Jahr bei den Crackhuren war. Was soll man da noch anderes sagen als Prost, Ihr Säcke – eine fantastische Show. Hier haben Marco und das Orga-Team ganze Arbeit geleistet.

Auch Sonntags gab es noch gute Gespräche und Vorträge, da die Rückreise allerdings auch nicht kurz war habe ich schweren Herzens auf die letzte Session verzichtet, auch wenn mich der Domain-Vortrag vom Loewenherz schon sehr interessiert hätte. Insgesamt habe ich auch dieses Jahr wieder mehr Ideen mitgenommen, als ich in meiner knappen Zeit umsetzen kann.

Der deutschen SEO-Szene hat das Event auf jeden Fall gut getan, ich hoffe sehr, dass es auch 2011 wieder eine Campixx gibt. Ich werde sicher wieder dabei sein, und dann wohl auch wieder im Veranstaltungshotel nächtigen.

Warum Google Buzz bleiben wird

Hype oder Next Big Thing? Diese Frage stellten sich wohl viele, als Google vor knapp zwei Wochen mit Buzz an die Öffentlichkeit ging. Es dauerte nicht lange, bis der obligatorische Titel Twitter-Killer verliehen wurde – obwohl ich Buzz, ähnlich wie FriendFeed, dem dieser Titel einst anhaftete, eher als Ergänzung zu Twitter verstehe. Der Beißreflex der Google-Hasser ließ ebenfalls nicht lange auf sich warten, und tatsächlich folgte der erste Datenschutz Skandal auf dem Fuß: Nicht alle Nutzer waren begeistert von dem Feature, das der ganzen Welt mitteilte, mit wem man regelmäßig E-Mails tauscht:

I use my private Gmail account to email my boyfriend and my mother. There’s a BIG drop-off between them and my other “most frequent” contacts. You know who my third most frequent contact is. My abusive ex-husband.

An dieser Stelle wurde eiligst nachgebessert: In den Profileinstellungen kann man das Anzeigen der Personen die einem auf Buzz folgen und bei denen man mitliest nun deaktivieren. Für neue Nutzer soll ferner das automatische Folgen anderer User deaktiviert worden sein. Diese Schwierigkeiten zeigen, wie schwierig es selbst für ein Unternehmen, das im Web zu Hause ist, sein kann, alle Implikationen eines Features vorherzusehen. In diesem Fall wurde allerdings schnell reagiert und ein größerer Imageschaden vermutlich erfolgreich abgewehrt.
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Windows bald mit freier Browser-Wahl

Die feste Integration des Internet Explorers ins Betriebssystem hat Microsoft eine gewaltige Stange Geld gekostet. Wie Mashable berichtet, soll nun endlich eine Lösung geliefert werden, die dem Nutzer die freie Wahl überlässt, mit welchem Browser er unter einem Windows Betriebssystem ins Internet geht. Mit einem kommendem Windows Update soll den Nutzern ein Browser Choice Screen präsentiert werden, der auch technisch unversierten Benutzern ermöglicht, einen Webbrowser eines Drittanbieters auf dem System einzurichten.

Browser Choice Screen
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JMStV: Deutsches Internet bald komplett durchzensiert?

Eigentlich habe ich hier viel zu lange nichts geschrieben. Und eigentlich möchte ich viel lieber über spannende neue Entwicklungen und Trends im Web berichten, als über politisches Zeug. Zumal andere das viel besser können als ich. Aber das Thema Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) ist zu brisant, um es an dieser Stelle zu ignorieren.

Einige der geplanten Vorschriften dieses Vertrages sind so bizzar, dass man eigentlich denken sollte, das kann gar nicht ernst gemeint sein:

  • Access-Provider werden verpflichtet, ausländische Webseiten zu blockieren, die sich nicht an die in Deutschland geltenden Jugendschutzbestimmungen halten.
  • Wenn auf einer Webseite die Nutzer Inhalte erstellen können (also zum Beispiel Kommentare in Blogs), dann muss der Betreiber der Plattform (also zum Beispiel der Blogger) nachweisen (!), dass er zeitnah Inhalte entfernt, »die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren Personen zu beeinträchtigen«. Ausnahmen sind keine vorgesehen.
  • Inhalte werden nur zu bestimmten Uhrzeiten angeboten. (beispielsweise nur zwischen 22 und 6 Uhr, wenn ab 16 Jahre)

Der erste Punkt würde für das Deutschnetz sicherlich bedeuten: Kein Facebook, kein Twitter, bestenfalls gefiltertes Google, etc. Wo ist da noch der Unterschied zu China? Die chinesischen Behörden haben zumindestens noch die Eier, einzugestehen, dass sie aus politischen Gründen zensieren. In Deutschland behauptet man, der Jugendschutz sei die Motivation, während es an jedem Zeitschriftenladen seit jeher Druckwerke zu kaufen gibt, »die geeignet sind, die Entwicklung von jüngeren (sowie die Urteilskraft von älteren) Personen zu beeinträchtigen«.

Punkt Zwei wäre zweifellos das Ende einer offenen Diskussionskultur in Blogs. Lediglich große Verleger mit einem entsprechenden Personalstab könnten sich eine Echtzeit-Kommentarfunktion erlauben, und was dabei rumkommt weiß jeder, der schonmal versucht hat, die Kommentare eines Artikels bei einem Zeitungsportal wie Der Welt zu lesen.

Der dritte Punkt ist so absurd, das kann einfach keiner ernst meinen, oder? Öffnungszeiten im Internet? Doch, meinen die. Das offizielle GEZ-Forum macht es vor:

[...] unser Forum wird moderiert und hat „Öffnungszeiten“. Von Montag bis Freitag (Ausnahme NRW-Feiertage), zwischen 8 und 22 Uhr, können Sie mit Ihrer Meinung zur Diskussion beitragen.

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Seesmic kauft Ping.fm – Innovation voraus?

ping.fmWie Seesmic heute auf seinem Blog bekannt gibt, hat das Startup den Update-Service Ping.fm übernommen. Ping.fm erlaubt es Nutzern, über eine einzige Schnittstelle über 50 Dienste, darunter Twitter, Facebook, MySpace oder WordPress Blogs zu aktualisieren.

Seesmic war ursprünglich als eine Art Video-Microblogging Dienst gestartet, inzwischen ist das Projekt des französischen Innovators Loic Le Meur allerdings mehr für seinen Twitter Client Seesmic Desktop bekannt. Seesmic Desktop ist aus Twhirl hervorgegangen, den Seesmic im April 2008 übernommen hatte. Seitdem hat das Startup die Weiterentwicklung desktopbasierter Clients für Twitter stark voran getrieben und liefert sich ein ständiges Duell mit dem Mitbewerber Tweetdeck, wer nun welches revulutionäre Feature als erstes implementiert.

Vor diesem Hintergrund bin ich gespannt, ob Ping.fm lediglich in seiner aktuellen Form in das Seesmic Portfolio übernommen wird, oder ob Loic Le Meur auch auf diesem Feld Visionen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass der Dienst sich zu einer guten Livestreaming Plattform ausbauen lässt, da die Schnittstellen zu den relevanten Diensten bereits vorhanden sind. Ein wenig Innovation könnte dem Bereich Livestreaming auf jeden Fall gut tun, seit FriendFeed von Facebook geschluckt wurde, hat sich an dieser Front nicht mehr allzu viel getan.

10 Techniktrends für 2010

Was kommt 2010 im Web auf uns zu? Techcrunch hat mit Ten Technologies That Will Rock 2010 meiner Meinung nach schon einen recht gelungenen Überblick der kommenden Techniktrends vorgestellt. Anstelle eines eigenen Blicks in die Kristallkugel möchte ich hier daher meine Einschätzung zu den TechCrunch Punkten abgeben:

The Tablet

Keine Frage: Wenn Apple in Kürze seinen iSlate Tablet PC vorstellen wird, dürfte das Ding einschlagen, wie eine Bombe. E-Book Reader wie der Kindle waren ein heißer Trend zum Ende des letzten Jahres, und ein farbiges Hochglanztablett, auf dem sich Apps installieren lassen wie auf dem iPhone, dürfte den Trend zu flachen, großformatigen, mobilen Anzeigegeräten noch einmal beflügeln. Mein Wunschprodukt hier noch immer: Ein wasserfester Reader, den man auch in die Badewanne mitnehmen kann.

Geo

Nicht zuletzt als Nebeneffekt der mobilen Internetnutzung mit GPS-fähigen Handys sind positionsgebundene Dienste wie Foursquare und Gowalla derzeit massiv im Aufwind. Auch Apps zur lokalen Suche wie die von klickTel (Disclaimer: Mein Arbeitgeber) sind auf Smartphones derzeit sehr gefragt. Erick Schonfeld von TechCrunch prognostiziert für das nächste Jahr eine verstärkte Nutzung von Geoinformationen auch durch Dienste wie Facebook und Twitter. Der Mehrwert für die Nutzer liegt auf der Hand: Wenn einer meiner Facebook Freunde, den ich vielleicht lange nicht gesehen habe, in der Nähe ist, ist das schon relevant.
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Bitly.tv – Die heißesten Videos aus dem Echtzeit-Web

Die Leute, die immer sagen, ein Kurzurl-Dienst bietet keinerlei Nutzen für den Betreiber, sollten sich mal bitly.tv ansehen. Der führende URL Shortener nutzt hier seine Klickdaten, um frühzeitig Videos zu identifizieren, die sich viral ausbreiten.

bitly.tv

Auf der Startseite sieht man die aktuell heißesten Videos. Ebenfalls kann man sich anzeigen lassen, welche Movies in den letzten 24 Stunden oder den letzten zwei Tagen angesagt waren. Sehr gelungen finde ich den eigenen Player, der sich in einem Layer öffnet, wenn man einen der Video Thumbnails anklickt. Neben dem angeklickten Film sieht man einen Twitter Stream, der in Echtzeit Tweets zu dem gezeigten Video darstellt. Aus dem Player heraus hat man auch gleich die Möglichkeit, das Video selbst per Twitter, Facebook oder E-Mail weiter zu verbreiten, und damit die bit.ly URL in die Welt hinaus zu posaunen.

Bit.ly beweist mit diesem innovativen Projekt eindrucksvoll, dass es seine Marktführerschaft verdient hat. Aus einem eher unspektakulären Kurzurl-Dienst wird hier eine Video-Plattform gezaubert, die eine Menge Potenzial bietet. Als Anlaufstelle für sehenswerte Videos ist bitly.tv schon jetzt eine gute Alternative zu YouTube. Da lohnt es sich, öfter mal reinzusehen.

[via Mashable]

goo.gl und fb.me: Facebook und Google starten Kurzurl-Dienste

Vor einiger Zeit schrieb ich bereits über den interessanten Bereich der Kurzurl Dienste, der sehr deutlich durch bit.ly dominiert wird. Mit Twitters Unterstützung konnte bit.ly seine Marktführerschaft in diesem Bereich weiter ausbauen und genießt inzwischen fast eine Monopolstellung. Damit könnte es bald vorbei sein, denn zwei Schwergewichte haben heute beschlossen, dieses Schlachtfeld zu betreten.

Mashable berichtet, dass Facebook mit fb.me nun einen eigenen Kürzungsdienst bereit stellt. Anders als bei bit.ly scheint es sich hier jedoch nicht um einen eigenständigen Dienst zu handeln, es werden nur Links gekürzt, die aus Facebook heraus veröffentlicht werden. Wenig später dann veröffentlichte Google eine Mitteilung, dass man mit goo.gl nun ebenfalls einen URL-Shortener zur Verfügung stellen will. Ähnlich wie bei dem Facebook Dienst scheint es auch hier (noch) kein Webinterface zu geben. Eine Zugriffsmöglichkeit besteht über die Google Toolbar und Feedburner Nutzer können ihre Links durch goo.gl gekürzt auf Twitter veröffentlichen.

Der Wert solcher Dienste für Datensammler wie Facebook und Google liegt auf der Hand: Eine Unmenge an Klicks wird heutzutage über Kurzurls weitergeleitet, und der Betreiber eines solchen Dienstes kann durch eine Auswertung dieser Klicks sehr leicht erkennen, was gerade interessant ist im Netz. Einen Großteil dieser Informationen sammelt derzeit bit.ly, und Google und Facebook hätten sicher sehr gerne diese Daten. Insbesondere bei Google könnte ich mir gut vorstellen, dass diese ihren URL-Shortener bald weiter ausbauen und ein Interface ähnlich dem von bit.ly bereitstellen.

Public DNS: Google sabotiert Zensursula

Der neueste Dienst aus dem Hause Google ist ein öffentlicher DNS Service, mit dem Google laut eigener Aussage die ISPs entlasten will, indem ein Teil der riesigen Google Infrastruktur für die Namensauflösung zur allgemeinen Verfügung gestellt wird. Googles Ziel ist dabei laut eigener Aussage, das Netz zu beschleunigen.

Auf einer Anleitungsseite erklärt Google auch, wie ein Nutzer sein System konfigurieren kann, um den Google Public DNS zu nutzen. Mit dieser Vorgehensweise werden gleich auch Netzsperren beim ISP auf DNS Ebene, wie ursprünglich in dem durch Ursula von der Leyen auf den Weg gebrachten Zugangserschwernisgesetz gefordert, ausgehebelt. Frau von der Leyen war ja bisher der Ansicht, dass nur etwa 20 Prozent der Internetnutzer, »zum Teil schwer Pädokriminelle« über das nötige Wissen verfügen, derartige Eingriffe an ihrem System vorzunehmen.
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Farmville ist das neue Golf

FarmvilleDie Entwicklungen im Bereich Social Gaming gehören neben dem Fortschreiten mobiler Anwendungen zum Interessantesten, was das Web derzeit zu bieten hat. Bei Spielen wie Farmville, Mafia Wars oder Restaurant City können Facebook-User in mehr oder weniger aufwändigen Browser Games gegen ihren Freundeskreis antreten. Dabei richten sich diese Spiele weniger an klassische Gamer, sondern eher an die sogenannten Casual Gamer, die mal eben zwischendurch nach ihrem Gemüse gucken oder im virtuellen Aquarium ihre Fische füttern wollen. Von diesen Spielern gibt es nicht gerade wenig: Der Shooting Star Farmville konnte im September 30 Millionen aktive Spieler verbuchen.

Die Publisher dieser Spiele achten dabei sorgsam darauf, den viralen Character ihrer Apps zu fördern. So ist es bei fast allen populären Facebook Games für den Spieler von Vorteil, wenn möglichst viele Kontakte ebenfalls mitspielen. Dadurch werden Spieler motiviert, ihre Freunde als neue User zu werben. Mit regelmäßigen Updates auf der Facebook Wall des Users tun die Spiele ein Übriges, sich in die Wahrnehmung aller Freunde eines Spielers zu zwingen. Hat sich ein Facebook-Nutzer erst einmal für ein solches Spiel angemeldet, wird er mit Belohnungssystemen bei der Stange gehalten: Schnelle Erfolge am Anfang, virtuelles Gold, Experience, bessere Items, etc. – ein System, das sich bereits bei suchterzeugenden MMORPGs wie WoW oder Everquest bestens bewährt hat.
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