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Seesmic kauft Ping.fm – Innovation voraus?

ping.fmWie Seesmic heute auf seinem Blog bekannt gibt, hat das Startup den Update-Service Ping.fm übernommen. Ping.fm erlaubt es Nutzern, über eine einzige Schnittstelle über 50 Dienste, darunter Twitter, Facebook, MySpace oder WordPress Blogs zu aktualisieren.

Seesmic war ursprünglich als eine Art Video-Microblogging Dienst gestartet, inzwischen ist das Projekt des französischen Innovators Loic Le Meur allerdings mehr für seinen Twitter Client Seesmic Desktop bekannt. Seesmic Desktop ist aus Twhirl hervorgegangen, den Seesmic im April 2008 übernommen hatte. Seitdem hat das Startup die Weiterentwicklung desktopbasierter Clients für Twitter stark voran getrieben und liefert sich ein ständiges Duell mit dem Mitbewerber Tweetdeck, wer nun welches revulutionäre Feature als erstes implementiert.

Vor diesem Hintergrund bin ich gespannt, ob Ping.fm lediglich in seiner aktuellen Form in das Seesmic Portfolio übernommen wird, oder ob Loic Le Meur auch auf diesem Feld Visionen hat. Ich könnte mir vorstellen, dass der Dienst sich zu einer guten Livestreaming Plattform ausbauen lässt, da die Schnittstellen zu den relevanten Diensten bereits vorhanden sind. Ein wenig Innovation könnte dem Bereich Livestreaming auf jeden Fall gut tun, seit FriendFeed von Facebook geschluckt wurde, hat sich an dieser Front nicht mehr allzu viel getan.

10 Techniktrends für 2010

Was kommt 2010 im Web auf uns zu? Techcrunch hat mit Ten Technologies That Will Rock 2010 meiner Meinung nach schon einen recht gelungenen Überblick der kommenden Techniktrends vorgestellt. Anstelle eines eigenen Blicks in die Kristallkugel möchte ich hier daher meine Einschätzung zu den TechCrunch Punkten abgeben:

The Tablet

Keine Frage: Wenn Apple in Kürze seinen iSlate Tablet PC vorstellen wird, dürfte das Ding einschlagen, wie eine Bombe. E-Book Reader wie der Kindle waren ein heißer Trend zum Ende des letzten Jahres, und ein farbiges Hochglanztablett, auf dem sich Apps installieren lassen wie auf dem iPhone, dürfte den Trend zu flachen, großformatigen, mobilen Anzeigegeräten noch einmal beflügeln. Mein Wunschprodukt hier noch immer: Ein wasserfester Reader, den man auch in die Badewanne mitnehmen kann.

Geo

Nicht zuletzt als Nebeneffekt der mobilen Internetnutzung mit GPS-fähigen Handys sind positionsgebundene Dienste wie Foursquare und Gowalla derzeit massiv im Aufwind. Auch Apps zur lokalen Suche wie die von klickTel (Disclaimer: Mein Arbeitgeber) sind auf Smartphones derzeit sehr gefragt. Erick Schonfeld von TechCrunch prognostiziert für das nächste Jahr eine verstärkte Nutzung von Geoinformationen auch durch Dienste wie Facebook und Twitter. Der Mehrwert für die Nutzer liegt auf der Hand: Wenn einer meiner Facebook Freunde, den ich vielleicht lange nicht gesehen habe, in der Nähe ist, ist das schon relevant.
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Bitly.tv – Die heißesten Videos aus dem Echtzeit-Web

Die Leute, die immer sagen, ein Kurzurl-Dienst bietet keinerlei Nutzen für den Betreiber, sollten sich mal bitly.tv ansehen. Der führende URL Shortener nutzt hier seine Klickdaten, um frühzeitig Videos zu identifizieren, die sich viral ausbreiten.

bitly.tv

Auf der Startseite sieht man die aktuell heißesten Videos. Ebenfalls kann man sich anzeigen lassen, welche Movies in den letzten 24 Stunden oder den letzten zwei Tagen angesagt waren. Sehr gelungen finde ich den eigenen Player, der sich in einem Layer öffnet, wenn man einen der Video Thumbnails anklickt. Neben dem angeklickten Film sieht man einen Twitter Stream, der in Echtzeit Tweets zu dem gezeigten Video darstellt. Aus dem Player heraus hat man auch gleich die Möglichkeit, das Video selbst per Twitter, Facebook oder E-Mail weiter zu verbreiten, und damit die bit.ly URL in die Welt hinaus zu posaunen.

Bit.ly beweist mit diesem innovativen Projekt eindrucksvoll, dass es seine Marktführerschaft verdient hat. Aus einem eher unspektakulären Kurzurl-Dienst wird hier eine Video-Plattform gezaubert, die eine Menge Potenzial bietet. Als Anlaufstelle für sehenswerte Videos ist bitly.tv schon jetzt eine gute Alternative zu YouTube. Da lohnt es sich, öfter mal reinzusehen.

[via Mashable]

goo.gl und fb.me: Facebook und Google starten Kurzurl-Dienste

Vor einiger Zeit schrieb ich bereits über den interessanten Bereich der Kurzurl Dienste, der sehr deutlich durch bit.ly dominiert wird. Mit Twitters Unterstützung konnte bit.ly seine Marktführerschaft in diesem Bereich weiter ausbauen und genießt inzwischen fast eine Monopolstellung. Damit könnte es bald vorbei sein, denn zwei Schwergewichte haben heute beschlossen, dieses Schlachtfeld zu betreten.

Mashable berichtet, dass Facebook mit fb.me nun einen eigenen Kürzungsdienst bereit stellt. Anders als bei bit.ly scheint es sich hier jedoch nicht um einen eigenständigen Dienst zu handeln, es werden nur Links gekürzt, die aus Facebook heraus veröffentlicht werden. Wenig später dann veröffentlichte Google eine Mitteilung, dass man mit goo.gl nun ebenfalls einen URL-Shortener zur Verfügung stellen will. Ähnlich wie bei dem Facebook Dienst scheint es auch hier (noch) kein Webinterface zu geben. Eine Zugriffsmöglichkeit besteht über die Google Toolbar und Feedburner Nutzer können ihre Links durch goo.gl gekürzt auf Twitter veröffentlichen.

Der Wert solcher Dienste für Datensammler wie Facebook und Google liegt auf der Hand: Eine Unmenge an Klicks wird heutzutage über Kurzurls weitergeleitet, und der Betreiber eines solchen Dienstes kann durch eine Auswertung dieser Klicks sehr leicht erkennen, was gerade interessant ist im Netz. Einen Großteil dieser Informationen sammelt derzeit bit.ly, und Google und Facebook hätten sicher sehr gerne diese Daten. Insbesondere bei Google könnte ich mir gut vorstellen, dass diese ihren URL-Shortener bald weiter ausbauen und ein Interface ähnlich dem von bit.ly bereitstellen.

Public DNS: Google sabotiert Zensursula

Der neueste Dienst aus dem Hause Google ist ein öffentlicher DNS Service, mit dem Google laut eigener Aussage die ISPs entlasten will, indem ein Teil der riesigen Google Infrastruktur für die Namensauflösung zur allgemeinen Verfügung gestellt wird. Googles Ziel ist dabei laut eigener Aussage, das Netz zu beschleunigen.

Auf einer Anleitungsseite erklärt Google auch, wie ein Nutzer sein System konfigurieren kann, um den Google Public DNS zu nutzen. Mit dieser Vorgehensweise werden gleich auch Netzsperren beim ISP auf DNS Ebene, wie ursprünglich in dem durch Ursula von der Leyen auf den Weg gebrachten Zugangserschwernisgesetz gefordert, ausgehebelt. Frau von der Leyen war ja bisher der Ansicht, dass nur etwa 20 Prozent der Internetnutzer, »zum Teil schwer Pädokriminelle« über das nötige Wissen verfügen, derartige Eingriffe an ihrem System vorzunehmen.
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Farmville ist das neue Golf

FarmvilleDie Entwicklungen im Bereich Social Gaming gehören neben dem Fortschreiten mobiler Anwendungen zum Interessantesten, was das Web derzeit zu bieten hat. Bei Spielen wie Farmville, Mafia Wars oder Restaurant City können Facebook-User in mehr oder weniger aufwändigen Browser Games gegen ihren Freundeskreis antreten. Dabei richten sich diese Spiele weniger an klassische Gamer, sondern eher an die sogenannten Casual Gamer, die mal eben zwischendurch nach ihrem Gemüse gucken oder im virtuellen Aquarium ihre Fische füttern wollen. Von diesen Spielern gibt es nicht gerade wenig: Der Shooting Star Farmville konnte im September 30 Millionen aktive Spieler verbuchen.

Die Publisher dieser Spiele achten dabei sorgsam darauf, den viralen Character ihrer Apps zu fördern. So ist es bei fast allen populären Facebook Games für den Spieler von Vorteil, wenn möglichst viele Kontakte ebenfalls mitspielen. Dadurch werden Spieler motiviert, ihre Freunde als neue User zu werben. Mit regelmäßigen Updates auf der Facebook Wall des Users tun die Spiele ein Übriges, sich in die Wahrnehmung aller Freunde eines Spielers zu zwingen. Hat sich ein Facebook-Nutzer erst einmal für ein solches Spiel angemeldet, wird er mit Belohnungssystemen bei der Stange gehalten: Schnelle Erfolge am Anfang, virtuelles Gold, Experience, bessere Items, etc. – ein System, das sich bereits bei suchterzeugenden MMORPGs wie WoW oder Everquest bestens bewährt hat.
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Google CEO Eric Schmidt über das Internet der Zukunft

Eric Schmidt, CEO bei Google, hat auf dem Gartner Symposium einige interessante Thesen vorgestellt, wie das Internet in fünf Jahren aussehen könnte: Chinesischsprachige Inhalte und Social Media werden das Netz dominieren, so Schmidt. Die große Herausforderung der Zeit sei es, Inhalte aus Sozialen Netzen, die in Echzeit durch’s Netz geschossen werden, sinnvoll zu bewerten und zu ranken.

Gemäß dem Mooreschen Gesetz werden Computer in fünf Jahren um den Faktor Zehn leistungsfähiger sein, eine deutlich erhöhte Netzbandbreite wird schließlich dafür sorgen, dass die Grenzen zwischen TV, Radio und Web endgültig verschwinden. Von YouTube verspricht sich Schmidt in dieser Zeit enorme Umsätze, da Vidoinhalte zunehmend wichtiger werden.

Beim Indizieren von Echzeit-Inhalten haben sowohl Google als auch Microsoft in letzter Zeit große Fortschritte gemacht. Ein sinnvolles Ranking für diese Daten fehlt aber noch – Schmidt ist jedoch überzeugt, dass Google eine Lösung für dieses Problems finden wird.

Kommt bald die Wave-Economy?

Noch läuft das Projekt Google Wave eher behäbig an. Nur ein sehr beschränkter Nutzerkreis hat überhaupt Zugang zu dem System – und von denen fragen sich viele, was ihnen diese neue Spielerei aus dem Hause Google denn nun eigentlich bringen soll. Doch wie es aussieht, hat Google noch eine Menge vor mit Wave: Es soll eine Art App-Store in Planung sein, ähnlich wie man es vom iPhone oder Android Handys kennt. Im Smartphonebereich konnte sich dieses Konzept ja sehr erfolgreich durchsetzen, aber ein App-Store für eine Web-Plattform ist in der Tat etwas neues.

Wie Adam Ostrow auf Mashable richtig anmerkt, dürfte es noch ein weiter Weg sein, bis Wave die nötige Reife hat, um ein ernstzunehmendes Wirtschaftssystem darzustellen. Andererseits ist durchaus abzusehen, dass die Möglichkeiten, die Wave potenziellen Entwicklern bietet, beispielsweise die von Twitter bei weitem übersteigen. Schaut man sich die Vielzahl an Twitter Tools an, die inzwischen realisiert wurden, so kann man sich vorstellen, dass es bald nur so von Wave-Bots und Gadgets wimmeln wird. Die Frage bleibt, wie das ganze Konzept von Wave bei den Usern aufgenommen wird. Hier eine breite Akzeptanz zu erreichen, dürfte für Google die größte Herausforderung auf dem Weg zur Wave-Economy sein.

Das Echtzeit-Web wird durchsuchbar

Die Giganten der Websuche liefern sich derzeit ein spannendes Kopf-an-Kopf rennen: Wem gelingt es am besten, das sogenannte Real-Time-Web mit seiner Suche zu erfassen? Nur Stunden, nachdem Microsoft mit der Meldung auftrumpfte, Bing würde nun auch Twitter durchsuchen, gab Googles Marissa Mayer bekannt, dass Google ebenfalls einen Deal mit Twitter abgeschlossen habe. Laut TechCrunch soll schon bald ein neues Google Produkt namens Social Search bald über die Google Labs verfügbar sein.

Was meine eigenen Tweets betrifft, so habe ich in den letzten Wochen festgestellt, dass diese zunehmend schneller in den Google Index wandern – teilweise in unter einer Stunde. Allerdings bin ich auf Twitter auch relativ gut vernetzt, bei Durchschnittsnutzern könnte dies erheblich länger dauern. Eine Twitter Suche auf Bing zu einem aktuellen Thema liefert tatsächlich Tweets, die erst wenige Minuten alt sind. Solange Googles Produkt also nur auf dem Reißbrett exisitiert, hat Bing hier erst mal die Nase vorn. Eine Entscheidung über den König der Echtzeitsuche wird sich aber erst abzeichnen, wenn man die Gesamtpakete der Kontrahenden vergleichen kann. So soll Googles Social Search eine Suche im kompletten Netzwerk des Nutzers über verschiedenste Dienste hinweg ermöglichen. Microsoft hat hingegen bekanntgegeben, neben Twitter einen Vertrag mit Facebook abgeschlossen zu haben – auch hier wird also wohl noch mehr kommen, als nur eine Twitter Suche. Auf jeden Fall ist zu begrüßen, dass beide Firmen rechtzeitig erkannt haben, dass sie das Echzeit-Web nicht ignorieren dürfen, wenn sie als Suchmaschine auch in Zukunft noch relevant sein wollen.

Location-Based Gaming: Foursquare und Gowalla

foursquareFoursquare ist in den USA derzeit einer der angesagtesten Location-Based Services. Dabei handelt es sich zunächst mal um einen Dienst, der ähnlich wie Brightkite oder Google Latitude arbeitet: Nutzer können mit ihrem GPS-Handy an ihrem aktuellen Standpunkt einchecken und damit ihren Kontakten mitteilen, wo sie sich aufhalten. Für Nerds ist so etwas zweifellos eine interessante Anwendung, der Mehrwert eines solchen Dienstes ist der breiten Masse der Smartphone Besitzer aber erfahrungsgemäß nur schwer zu vermitteln. Um dieses Massenpotenzial zu erschließen setzt Foursquare auf eine spielerische Komponente: Für das Einchecken an einem Ort werden Punkte vergeben. Mit diesen Punkten lassen sich Abzeichen, sogenannte Badges verdienen. Wer an einer bestimmten Location innerhalb einer Woche am häufigsten eincheckt, erhält den Titel des Mayors für diesen Ort. Das klingt zunächst unspektakulär, scheint aber für viele einen gewaltigen Suchtfaktor mit sich zu bringen. In den USA ist Foursquare mittlerweile derart angesagt, dass manche Wirte ihrem Foursquare Mayor bereits freie Getränke spendieren.
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